Was ist Farbe ?

Vorab möchte ich sagen dass dies keine Doktorarbeit werden soll. Ich werde einiges etwas lockerer ausdrücken und evtl. nicht immer 100% an der Biologie oder anderen Wissenschaften bleiben, auch werde ich den Text etwas freier mit meinen Worten formulieren !

 

A: Sag mal, kann es sein dass Du einen Grünstich im Bild hast ?

B: Nö, eigentlich nicht.

A: Doch klar, da schimmert doch Grün durch.

C: Ach was ihr wieder habt, das ist doch eher gelblich.

D: Sag mal seid ihr alle farbenblind, da ist doch teilweise Gelb und teilweise Blau mit bei.

A: Ja sag ich doch, Grün.

B: Mensch ihr verunsichert mich aber, ich seh da nichts, und bei mir ist doch alles kalibriert.

D: Naja bei genauem Hinschauen würde ich doch eher auf Cyan tippen.

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Kennt ihr das evtl. irgendwoher ?

Ist euch das auch schon mal passiert ?

Habt ihr nicht auch alles getan, damit solche Äußerungen nicht kommen ?

 

Hier mal ein kleiner Beitrag zum Thema FARBE.

Farbe ist eigentlich nur ein Hirngespinst, eine Phantasie, oder einfach gesagt, ein Produkt unseres Gehirns.

Farbe beginnt mit dem Licht. Licht ist sichtbare elektromagnetische Strahlung welche für unsere Augen zwischen 400Nm und 700Nm als sichtbares Licht beschrieben wird. Ohne Licht keine Farbe, daher auch der lustige Ausspruch „Nachts sind alle Katzen grau“.

Wenn also Licht auf eine Farbe trifft, dann werden die Spektralfarben absorbiert, bis auf einen Teil, welcher reflektiert wird, dies ist dann die Farbe, die wir für das Material wahrnehmen. In unserem Auge gibt es lichtempfindliche Rezeptoren, Zapfen (farbempfindlich) und Stäbchen (lichtempfindlich). Daraus ergeben sich Informationen, die ans Gehirn weitergeleitet werden.

Der Farbeindruck wird durch das Licht, das Objekt und uns als Betrachter bestimmt. Somit hat man drei unterschiedliche Komponenten (sichtbare Strahlung, visuelle Wahrnehmung und der Sinneseindruck/Farbempfindung), die zu einem Farbeindruck führen.

Die Unzulänglichkeit unseres Auges und das Farbempfinden sind das größte Problem für die Bestimmung der Farbe durch uns. Soll heißen, jeder sieht/empfindet Farbe anders als der Nachbar. Hinzu kommt leider dann auch noch das Gehirn, welches gespeicherte Erinnerungen und Gefühl mit ins Spiel bring, ja sogar die Tagesform kann einen roten Pullover heute gut, morgen aber nicht so gut wirken lassen.

Sind wir in der Natur kommen sogar noch Gerüche und Reize hinzu, welche eine Farbe sogar viel satter erscheinen lassen, zumindest für den Betrachter des Geschehens, als es in Wirklichkeit auf dem Bild der Fall wäre.

Somit kommt es in der digitalen Fotografie schnell zu übertrieben gesättigten Bildern, wenn wir von einem Trip nach Hause kommen und gleich unsere schönen Landschaftsaufnahmen ins Programm jagen. Wir sind noch so benommen von den Eindrücken, dass wir schnell den Bezug zur Realität verlieren. Für jeden anderen wird dann das Bild schnell zu einen farblichen Chaos werden.

Es gibt dann auch leider noch diese sog. optischen Täuschungen, die auch sehr schön beweisen wie unzulänglich unser Auge funktioniert. Somit kommen also drei Kriterien für eine Farbbestimmung durch uns ins Spiel, zum einen das befindliche Licht, das Objekt in seiner Beschaffenheit und wir mit unserem Gehirn und dem Auge mit seinen Unzulänglichkeiten.

Somit sind wir also wieder bei der oben erwähnten Diskussion. Jeder der vier Leute nimmt die Farben unterschiedlich wahr, verbindet etwas mit dem Gesehenen oder hat sogar ein Fehler in seinem Sehsystem, ja selbst der Einfallwinkel vom Umgebungslicht und die Struktur vom Papier kann die Farben anders auf unterschiedliche Betrachter wirken lassen. Natürlich gilt dies auch für den Monitor bei uns zu Hause, sogar die Tinten von unseren Druckern können unter verschiedenen Lichtquellen unterschiedliche Ergebnisse in der Farbwahrnehmung erzeugen(z.B. ein und dasselbe Bild von zwei unterschiedlichen Tintenherstellern).

 

Wie kann uns da evtl. Photoshop helfen, dass wir zumindest durch Zahlen in der Infotabelle eine Bestimmung von gewissen Farben vornehmen können ?

Oder anders gesagt, wie können wir sichere Farbbereiche an Hand der Infotabelle auf einen Farbstich kontrollieren ?

 

Zum einen gibt es das additive Farbmodell RGB, welches uns in vielen Arbeitsabläufen begegnet, und basiert auf der Mischung von Lichtfarben. Alle Farben aufeinander zu 100% gemischt ergibt Weiß. Dieses Model ist für uns am wichtigsten, da alle Geräte, die wir benutzen (Kamera, Monitor, Scanner), nach dem additiven Farbmodell arbeiten.

 

Dann gibt es das subtraktive Farbmodell CMYK, welches geräteabhängig ist und unsere Ausgabeprozesse bestimmt. In der Theorie können wir damit auch gute Ergebnisse erzielen, aber in der Praxis benötigt dieses Modell noch eine zusätzliche Farbe. CMYK wird im Druck verwendet, ist aber für den „gewöhnlichen“ Fotografen nicht so wirklich von Bedeutung, da wir zu Hause nicht einen solchen Drucker besitzen. In CMYK werden Farben auf einander gedruckt. Abhängig von dem Weiß des Papiers sollte in der Theorie eigentlich Cyan, Magenta und Gelb zu 100% aufeinander Schwarz ergeben, was aber in der Praxis nicht der Fall ist. Da das Papier mitverantwortlich für die Reflektion der Farbe ist, muss daher bei CMYK halt noch Schwarz mit gedruckt werden, damit wir auch wirklich Schwarz erhalten.

 

1931 gab es nun durch die CIE Versuche, das Farbsehen von Menschen zu erfassen. Dabei entstand das erste Farbmodell XYZ ( X=Rot, Y=Grün und Z=Blau ). Schwarz wäre im Koordinatenursprung bei X=Y=Z=0 zu finden. XYZ wird oft bei der Charakterisierung von Monitoren verwendet, da es sich so additiv wie RGB verhält.

Betrachtet man die Grundfarben genauer, dann stellt man fest, dass Y eigentlich eher ein Maß für die Helligkeit ist. Daher wird Y auch in der Farbwissenschaft als Luminanzanteil einer Farbe bezeichnet. Leider waren in diesem Modell die Farbabstände gleich und somit hatte man sich von vornherein mit diesem Modell beschnitten. Daher gingen die Versuche der CIE weiter, und so kam man zu dem geräteunabhängigen Farbmodell LAB.

LAB ist deutlich besser zur Ansicht von Farbabständen zu gebrauchen, da Farben und Helligkeit deutlich von einander getrennt sind.

A-Achse = Magenta ( positives Vorzeichen ) und Grün ( negatives Vorzeichen ), B-Achse = Gelb (positives Vorzeichen ) und Blau (negatives Vorzeichen ) und L-Achse = Helligkeit/Luminanz

Versuche habe hier ergeben, dass eine Farbe nicht gleichzeitig z.B. Blau UND Gelb sein kann, und die Helligkeit wird von dem L-Wert bestimmt( 0= schwarz u. 100= weiß ).

Im Mittelpunkt der Farbachsen erhalten wir also ein neutrales Grau, und können somit schön einen Farbstich in einem Bild bestimmen.

 

Farbe ist und bleibt ein subjektiver Eindruck, daher wird man wohl nie zwei Menschen finden, die ein und dieselbe Farbe gleich empfinden. Daher müssen wir in Photoshop ab und an mal die Infotabelle zur Hilfe nehmen und mit LAB die Farbe wirklich definieren, damit wir nicht nur unserem Auge UND dem Monitor vertrauen, sondern auch mal die Farbwerte in Zahlen zur Bestimmung vorliegt. Schalten wir also im Infomenü die eine Seite auf unseren Arbeitsfarbraum, und die andere Seite auf den LAB-Farbraum, haben wir mit der Pipette ständig die Möglichkeit Farben zu kontrollieren. Denn nur LAB liefert uns einen genauen Wert von Farbe UND Helligkeit, in RGB sind die Farbwerte gleichzeitig auch Helligkeitswerte, und dies macht es schwer eine Farbe genau über RGB zu bestimmen. Da in LAB die Farbwerte getrennt von dem Helligkeitswert angegeben werden, kommt es auch zu den unmöglichen Farben, die in LAB erzeugt werden können. Dies kann uns aber behilflich sein, eine sehr helle Stelle, die im Druck weiß ergeben würde, mit Farbe zu versehen, um so den Eindruck von Zeichnung zu vermitteln. Dies ist in RGB nicht möglich falls es z.B. mal zu einer Überstrahlung im Gesicht kommt. Dies soll aber Thema von einem anderen Eintrag werden.

 

Ich hoffe ich konnte etwas vermitteln, was evtl. dem Einen oder Anderen geholfen hat, Farbe und das Empfinden zu verstehen und das Problem der Farbbestimmung durch uns und unser Sehsystem zu verdeutlichen.

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