Visuelles Training 1 : Teil 2 – Antwort und Erklärung

In Teil 1 unseres ersten visuellen Trainings hatte ich euch ein Foto präsentiert und gefragt, was ihr dort alles seht und entdeckt – nur einen Natur-Hintergrund oder mehr.

In diesem Teil möchte ich euch nun Schritt für Schritt zeigen, was man z.B. alles auf dem vorgestellten Foto sehen und entdecken kann.

Hier noch einmal das Ausgangs-Foto:

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Gleich vorab, wer dann das Foto nochmals genauer unter die Lupe nimmt, der wird höchstwahrscheinlich noch viele weitere Beispiele dort sichten.

Hier geht es jedoch erst einmal darum, überhaupt zu entdecken, dass mehr als nur ein Natur-Hintergrund vorhanden ist. Wenn man dafür überhaupt erst einmal einen Blick entwickelt, dann fällt einem so etwas später auch direkt vor Ort auf. Womit man dann nicht nur Foto-Motive entdeckt, sondern auch z.B. Detailaufnahmen macht usw.

Okay, hier habe ich euch schon einmal den Bereich eingekreist, der mir damals sofort aufgefallen war. Auf diesen Bereich konzentrieren wir uns jetzt und nehmen in Schritt für Schritt auseinander.

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Hier ist der eingekreiste Bereich als Teilausschnitt vergrößert dargestellt und insgesamt mit drei Pfeilen versehen, denn hier befinden sich drei verschiedene kleine Figuren, die man je nach Seh-Erfahrung und auch Fantasie erkennen kann bzw. deuten kann.

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Figur Nummer 1 erinnert an ein kleines Schweinchen aus der Seitenansicht, die Schnauze vorgestreckt und der Körper kommt aus einer Art Höhle heraus. Diese Figur war aufgrund des kräftigen Orange auch diejenige, die ich selbst aus der Entfernung heraus auf dem Felsen gesehen hatte und die mich dann veranlasste, mir den Felsen genauer anzusehen und entsprechend zu fotografieren.

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Figur Nummer 2 erinnert an ein kleines Küken in frontaler Sicht gesehen, das mit geöffnetem Schnabel und den Kopf leicht nach (vom Betrachter aus gesehen) links gedreht vor dem Schweinchen herläuft.

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Figur Nummer 3 erinnert z.B. an einen kleinen Drachen von oben gesehen, der irgendwo hochklettert, Kopf voraus und Körper auf den Schwanz gestützt. In dieser Figur wurde aber auch z.B. ein Schmetterling gesehen/erkannt.

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Wichtig ist nicht, was man nun exakt in den Figuren erkennt, also hier z.B. ein Schwein, ein Küken, ein kleiner Drache/Schmetterling, denn das ist stets ganz individuell und hat damit zu tun, welche Seherfahrung unser Gehirn jeweils mit dem Gegenstand verbindet.  Sehen ist nämlich nicht nur ein optischer Prozess als solches. Stark vereinfacht gesagt werden mit den Informationen, die die Augen ins Sehzentrum im Gehirn weiterleiten, dort immer bereits gespeicherte Informationen verbunden – das Gehirn ordnet die Seh-Informationen also einer Erfahrung zu und dadurch weiß man, was man sieht.

Von daher sieht, besser gesagt erkennt z.B. in Figur 3 der eine einen kleinen Drachen, der andere einen Schmetterling oder es wird noch etwas ganz anderes damit assoziiert.

Wichtig ist hier erst einmal, überhaupt Figuren auf dem Natur-Hintergrund zu sehen, also zu entdecken, dass es nicht nur ein Felsen ist, der in der Landschaft liegt.

Gar manches schöne Motiv entgeht einem sehr schnell, wenn man nicht trainiert, genauer hinzuschauen.

Und wenn ihr jetzt noch einmal auf die Gesamtansicht schaut, dann entdeckt ihr höchstwahrscheinlich diese Gruppe mit den 3 Figuren sofort wieder und fragt euch, warum ihr sie zuvor nicht gesehen habt, obwohl sie doch so deutlich sichtbar ist.

Vielleicht seht und entdeckt ihr ja jetzt sogar noch eine ganze Menge mehr Figuren.

Viel Spaß dabei.

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