Verschiedene Arten der Fotografie Teil 2

Portrait/Menschen:

Die größte Schwierigkeit ist, den Makel eines Menschen zu verbergen. Ist z.B. die Nase schief, sollte ich die Person so positionieren, dass dies nicht so im Bild ins Gewicht fällt. Einige meinen, man solle Menschen nicht von unten fotografieren, damit man nicht in die Nasenlöcher schauen kann, naja, das Model kann ja auch runter schauen, dann ist das wieder relativ 😉

Am Anfang ist es etwas schwer, die Beleuchtung zu stellen oder auszuwählen. Eigentlich würde sogar schon ein Deckenfluter reichen, oder zwei Schreibtischleuchten mit gleichem Leuchtkörper. Es muss keine professionelle Beleuchtung sein, das ist ein Irrglaube. Jeder hat Leuchten zu Hause, mit denen fast alles möglich ist. Einzig wichtig ist es, so viel Licht zu erzeugen, dass es nicht zu Verwacklungen kommt, die vom Model ausgehen. Das andere Problem ist bei herkömmlichen Beleuchtungen die abgegebene Wärme im Verhältnis zur erzeugten Leuchtkraft (Saunaeffekt).

Ich fotografiere z.B. sehr gerne mit Systemblitzen (Aufsteckblitzen), die ich auf Stative setze und drahtlos auslöse. Diese kann ich auch sehr schön mit auf Reisen nehmen und auch in der Natur verwenden. Für diese Blitze besitze ich verschiedene Lichtschirme/Softboxen/Bouncer und Blitzreflektoren, damit ich verschiedene Lichtstimmungen erzeugen kann (siehe z.B. Produkte der Firma LumiQuest). Ich gehe auch sehr gerne nach draußen, damit ich mit dem vorhandenem Licht arbeiten kann, auch hier sind mir meine Blitze sehr willkommen, da sie keine 230V benötigen, einen Akku-Lade-Adapter für’s Auto ist ja schon bei vielen Ladegeräten „normal“. Vor allem kann ich bei „guter“ Wahl vom HG und weiter Entfernung zum selbigen das Model sehr schön ausleuchten, und den HG voll im Schwarz absaufen lassen, dies klappt sogar schon mit einem Aufsteckblitz, der mit einer größeren Softbox (für sehr weiches Licht) bestückt ist.

Ob draußen oder im Haus, ich benutze sehr gerne drei Leuchtquellen, zwei von vorne und eine kleinere /weiter entfernte auf die Haare, wobei draußen die Haare vom Umgebungslicht bestrahlt werden.

 

Wie oben schon erwähnt, sollte man für solche Aufnahmen über Objektive mit Neigung zur geringen Tiefenschärfe verfügen, will man dies sehr oft machen halte ich dies für ein Muss. Sogar ein Makro-Objektiv eignet sich sehr gut und man schlägt mit einem Kauf gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Eigentlich verwendet man Portrait-Objektive mit Brennweite 85mm bis 135mm (gerechnet auf Kleinbild), dies kann aber bei wenig Platz zu Komplikationen führen. Ich kann auch mit Objektiven von 24mm bis 50mm sehr gute Ergebnisse erzielen, wenn der Platz nicht reicht, so muss ich ja so oder so dichter ans Model heran, dabei ist aber auf ein immer noch nicht eingeengtes Aussehen vom Model zu achten. Es gibt heutzutage einige Zoom-Objektive, die im Bereich 24-70 arbeiten und über Makroeigenschaften verfügen, sprich sehr wenig Tiefenschärfe und Nahgrenze haben, damit ich den HG auch in der Unschärfe verschwinden lassen kann. Wie heißt es doch so schön, Probleme sind dafür da, um gelöst zu werden 😉

 

Produkt:

Vieles von dem aus der Menschenfotografie kann auch hier angewandt werden. Draußen erzielt man mit dem vorhandenem Licht sehr gute, wenn nicht sogar die besten Ergebnisse, und ich habe sehr schön weiches Licht, vor allem wenn ich Möglichkeiten finde, auf dem Balkon das Licht etwas mit einem weißen Tuch abzuschatten, oder über ein Lichtzelt verfüge.

Als Lichtquelle habe ich sehr oft nur einen Deckenfluter, oder zwei Schreibtischleuchten, genauso wie Systemblitze. Mit z.B. Büchern kann man diese Leuchten auch sehr einfach höher positionieren. Produktfotografie ist sehr schön für Regentage, wenn man sonst nichts zu tun hat. Sollte man mit Produktfotografie sein Taschengeld aufbessern wollen, warne ich aber vor rechtlichen Konsequenzen (Gericht/Prozesse), da viele Produkte einem Schutz unterliegen und somit für den kommerziellen Gebrauch nicht verwendet werden dürfen, außer mit ausdrücklicher schriftl. Zustimmung vom Hersteller.

 

Wie auch bei der Menschenfotografie ist hier viel Zeit vorhanden, so dass ich wieder alle Möglichkeiten habe, mit Licht und Position zu spielen.

Beachte ich schon bei der Aufnahme alles „richtig“ zu machen, erspare ich mir später am Rechner viel Zeit für evtl. Nacharbeit. Klar ist dies nicht von Heute auf Morgen zu bewältigen, aber wie so oft hilft das Üben schon sehr viel weiter, auch lesen kann da ab und an nicht schaden.

Verkäufliche Produktfotografie sollte meist auf Weiß gemacht werden. Möchte man aber seinem Geschmack nach etwas erschaffen, dann kann ich zum einen den entsprechenden HG verwenden, möchte ich da aber kein Geld investieren, dann geht es auch sehr leicht im Programm den HG zu tauschen, wenn ich das Objekt auf Weiß oder Schwarz aufnehme. Hat man einen weißen oder schwarzen HG, dann kann man diesen als Maske verwenden und somit alle Farben einfügen, die man haben möchte – einfach mit zwei Ebenen.

 

Bei Portrait- und auch Studiofotografie ist ein manueller Weißabgleich mit Graukarte in meinen Augen unabdingbar und das Wichtigste was man neben der Belichtungsmessung machen sollte. Macht man alles im „manuellem-Modus“ (auch die komplette Belichtung und Fokussierung), dann erzielt man nach meiner Erfahrung die besten Ergebnisse.

 

Streetfotografie:

Eine der lustigsten Möglichkeiten seine Zeit in der Stadt zu verbringen. Ich empfinde dafür meist eine Festbrennweite von 85mm bis 135mm als sehr angenehm (ich benutze oft mein Makro 105 mm), da ich so schnell und frei schießen kann ohne groß noch eine Zoombewegung machen zu müssen. Mit einer Festbrennweite muss ich halt mich so positionieren, dass der Ausschnitt passt, aber ich bin vielseitiger und kann so auch noch etwas Zeit schinden, indem ich das Motiv in der Ferne sehe und dann auf den richtigen Moment warten kann, oder man schneidet einfach später am Rechner, wenn man vorher den Ausschnitt groß genug gewählt hat. Da es bei Personen Probleme mit dem Recht am eigenen Bild gibt, vor allem kommerziell oder bei Veröffentlichung im Netz, beschränke ich mich auch mal gerne nur auf die Beine.

Auch eine Bridge-Cam oder eine kleine DSLR mit Live-View und schwenkbarem Monitor geht sehr gut, da ich damit etwas unauffälliger aus der Hüfte schießen kann, hier hilft mir auch der Monitor zum Bildaufbau.

 

Streetfotografie ist wohl eine der größten Herausforderungen, da ich schon aus dem Gefühl heraus einen Bildaufbau beim Schnappschuss machen muss, dies erfordert viel Üben und das Verinnerlichen von fotografischen Grundlagen, damit ich auch intuitiv handeln kann. Ich vergleiche solche Verinnerlichung immer gerne mit einer Tätigkeit im erlernten Beruf, wo ich etwas selbst im Schlaf noch ausüben könnte 😉 Klar sind wir keine Profis, und ja man kann bei Schnappschüssen wie auch bei anderen wirkungsvollen Bildern technische Mängel verzeihen, aber generell kann man selbst da auch mal wenigstens ein wenig an Bildgestaltung denken, dann wirkt ein Bild gleich doppelt so gut.

Viele bevorzugen eine hohe Körnung/hohes Rauschen, damit eine Dramatik übertragen wird, dies ist aber mit Vorsicht und Wissen um das Warum anzuwenden. Oft kommen dabei dann noch zusätzlich s/w-Bilder zur Anwendung. Beim „googeln“ kann man viele Streetfotos finden, um mal einen Eindruck zu bekommen.

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