Verschiedene Arten der Fotografie Teil 1

Da man oft auf Leute trifft, die glauben, dass nur unter Studiobedingungen gute Bilder entstehen, oder der Meinung sind die Technik kann nur für gute Bilder sorgen, möchte ich mal einen Erfahrungsbericht mit Tipps und Tricks zum Besten geben.

 

Naturfotografie:

Viele glauben, dass in der Natur das Fotografieren am einfachsten ist – das halte ich für ein Wunschdenken. Ich finde in der Natur ist ein Fotograf wirklich gefragt, da muss man viel wissen und studieren, bevor gute Bilder bei raus kommen.

In der Natur kann ich nicht das Licht so gestalten wie ich will, auch die Lichtmenge ist von mir nicht regelbar, aber ich kann durch Studieren solcher Faktoren herausfinden, wann das Licht auch gut für mein Vorhaben ist, und mich so zur entsprechenden Tageszeit in die Natur begeben. Hier bei mir musste ich auch erst mal damit klar kommen, dass sich übers Jahr das Licht sehr stark verändert, und während ich z.B. im Winter fast null Zeit habe etwas umzubauen/die Position zu ändern, ist im Sommer mehr als genug Zeit vorhanden. Im Winter habe ich nur ein winziges Fenster für die „blaue Stunde“, im Sommer dafür die ganze Nacht.

Einige meinen, man müsse beim Sonnenschein raus – nicht wirklich. Die Mittagssonne ist das schlechteste Licht für Naturaufnahmen, da es sehr hart und gleißend ist. Für einen Panoramablick ist es ok, aber sobald es mehr in die Details geht, wird es gefährlich, da es schnell zu Überstrahlungen oder harten Schatten kommt. Man kann aber auch mit einem Stativ, Fernauslöser und seinem Körper doch durchaus eine Detailaufnahme machen, indem man mit seinem Körper einen Schatten auf das Objekt legt, damit das Licht weicher wird und Objektschatten vermieden werden. Genauso kann man auch Überstrahlungen vermeiden.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Filtern. Wer glaubt die Filter sind mit Beginn der Digitalfotografie ausgestorben, der irrt. Es gibt auch heute noch einige Filter, die wichtig in der Digitalfotografie sind.

  • ein UV-Filter, nun gut, eigentlich haben die Sensoren eine vorgebaute Platte, die sich Tiefpassfilter nennt, dieser hat schon UV-Sperren eingebaut. Ein UV-Filter kann aber gut die Frontlinse schützen, wobei dieses Glas nicht zum System gehört und somit schon oft zu Störungen führen kann, auch Reflexionen und sogar Geisterbilder kann dieses System fremde Glas verursachen
  • eine Gegenlichtblende, die in Wirklichkeit eine Streulichtblende ist, ist besser zum Schutz der Frontlinse geeignet und verbessert zudem auch noch die Kontrasteigenschaften vom Objektiv. Meiner Meinung nach gehört sie ständig auf das Objektiv, sogar bei Studioaufnahmen, da auch ein Blitz ein Streulicht verursachen kann, welches dann die Kontraste vom Objektiv versaut
  • ein Polfilter, sehr gut um Reflexionen von nicht metallischen Flächen zu beseitigen, aber auch in der Natur sehr gut einsetzbar, da Farben leicht getrennt und etwas verstärkt werden. Man kann dann vor Ort schon ein wenig mit Farbsättigung spielen, er kann aber auch Dunst ein wenig durchsichtiger machen, oder sogar etwas helfen das blaue Himmelsspiegeln aus dem Wasser fern zu halten
  • ein Graufilter, ein absolutes Muss in der Natur und beim Blitzen. Zum einen wird eine längere Belichtungszeit verursacht, die dafür sorgt, dass ein Bild schärfer und von den Helligkeitsbereichen ausgewogener wird. Zum anderen wird ein starker Unterschied zwischen Lichtern und Tiefen verkleinert. Habe ich viel Licht und mache eine Landschaftsaufnahme mit Himmel und Vordergrund, dann kann ich mit der Wahl des richtigen Filters (Blendenstufenunterschied zwischen Hellem und Dunklem durch die verschiedenen Filterstärken) in der Belichtung dafür sorgen, dass der Himmel/die von der Sonne beleuchtete Landschaft etwas dunkler und der Vordergrund etwas heller wird. Bei Blitzaufnahmen werden die Farben klarer und auch die Lichtreflexe auf der Haut werden schön abgemildert. Kombiniert man Graufilter, damit man nicht alle kaufen muss, dann wird multipliziert und nicht addiert ! z.B. ND 2 + ND 4 = ND 8 NICHT ND 6 !!!
  • ein Skylight-Filter, im Gebirge und an der See schon fast ein Muss, da dieser das Blau vom Himmel, Schnee und Wasser abmildern kann, was ja oft zu unschönem blauen Effekten führt, die nicht so ganz real erscheinen
  • Blaufilter, sehr gut bei Innenaufnahmen, um aus Glühlampen-Licht (Rotton) neutrales Licht zu machen, und somit sehr gut als Hilfe zum Weißabgleich (damit der es einfacher hat) geeignet. Somit braucht man zum einen nicht unbedingt Studiobeleuchtung für farblich gute Bilder, und zum anderen erspart man sich die Verwendung von verschieden farbigen Leuchten, deren Farbtemperatur man nicht kennt, und kann ausschließlich mit Glühlampen arbeiten.

Auch bei Landschaftsfotografie kann ein manueller Weißabgleich mit Graukarte Wunder wirken.

 

Studiofotografie – Portrait/Produkt:

Für viele wohl ein Wunsch, der nie in Erfüllung geht – stimmt. Aber zu Hause bei mir, oder auch bei anderen Personen oder sogar draußen kann ich unter solchen Bedingungen arbeiten. Bei solchen Aufnahmen ist es sehr einfach gute Bilder zu machen, vorausgesetzt ich beherrsche die Grundkenntnisse der Fotografie, da ich das Licht und den Aufbau so gestalten kann wie ich will, da ich ja auch wiederum sehr viel Zeit für das alles habe. Ich kann ganz in Ruhe alles so gestalten und umbauen, bis mir alles passt.

Es gibt das eine sehr nette Regel, womit ich dafür sorgen kann den HG im Bild schon fast nicht mehr sichtbar zu machen, sprich die Struktur eines HG’s als eine Fläche erscheinen zu lassen. 2m von Fotograf bis Objekt und 1m vom Objekt zum HG (bezogen für Objektive mit geringerer Tiefenschärfeeigenschaft, gilt für „normale(nicht Makro)“ Objektive und kann im Verhältnis für bestimmt Objektive anders ausgehen), damit kann man mit den entsprechenden Objektiven zu der Zeit eine homogene Fläche im HG haben, wenn ich eine Blende wähle, die für die Schärfe vom Objekt reicht.

 

Teil 2 folgt …

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