Tierfotografie „abstrakt“ ?

Das hört sich auf den ersten Blick reichlich merkwürdig an, nicht? Tierfotografie und abstrakt – Abstraktion, wie kann das irgendwie überhaupt miteinander verbunden werden, in eine Beziehung gesetzt werden untereinander? Konzentriert sich nicht gerade die Tierfotografie darauf, die Tiere in ihrer natürlichen Lebensumgebung zu zeigen – wie sie wirklich aussehen, wie sie leben usw. ? Stimmt, jedenfalls dann, wenn man sich auf die Tierfotografie spezialisiert hat.

Immer wieder aber nutzen die „allgemeinen“ Fotografen bei Tierfotos den alten Trend, Fotos zu präsentieren, die aus der Perspektive von unten nach oben aufgenommen wurden. Dabei kommt meistens noch ein Weitwinkelobjektiv zum Einsatz und die Distanz zwischen Kamera und Tier ist sehr klein. Das führt dann alles zusammen zu Fotos, bei denen die Tiere in ihren Proportionen perspektivisch völlig verzerrt dargestellt sind. Wie gesagt, ein alter Trend, der aber immer wieder genutzt wird oder wiederentdeckt wird, um andere Tierfotos zu zeigen. Genutzt wird, um Aufmerksamkeit zu erreichen, um aus der Bilderflut herauszustechen.

Wer dies so erreichen möchte oder solche Fotos gut findet – kein Problem, jeder hat immerhin einen eigenen Geschmack und eine eigene Meinung.
Um zu anderen Tierfotos zu gelangen, ist dieser Weg aber nicht zwangsläufig erforderlich.

Es ist dafür auch nicht erforderlich, Bildbearbeitung einzusetzen im Sinne von mehr oder weniger extremer Bildbearbeitung.

Hier einmal ein Beispiel dafür, wie man auch ohne perspektivische Verzerrungen oder mehr oder weniger extreme Bildbearbeitung zu anderen Tierfotos gelangen kann, z.B. durch Tierfotografie „abstrakt“.

Tier-abstrakt-ARei-PA-DSC02

Das einzig Wichtige hier war, die Szene zu sehen und nicht zu übersehen. Dann ein wenig die Position verändern, die Perspektive zeitgleich mit ändern – so lange, bis die Rentiere komplett verschwunden waren und nur noch ihr Geweih sichtbar war. Diese Geweihe formen ein jedes für sich verschiedene Linien auf der Fläche Bildformat. So wiederum ist eine Abstraktion erreicht, denn die Tiere selbst sind nicht sichtbar. Es bleibt eine Bildgestaltung aus Formen, Flächen und Linien (Abstraktion), aber ohne dass die Tiere z.B. in ihren Proportionen verzerrt wurden. Mehr oder weniger sind sie sogar über das Geweih erkennbar, zumindest für diejenigen, die Rentiere kennen.

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