Skizzen-Fotos

Seit jeher wurde und wird  in den künstlerischen Berufen mit Skizzen gearbeitet.

Skizzen sind Zeichnungen, die Rohfassungen von Ideen, Entwürfe zur Planung, sei es im Ganzen, sei es im Detail.

Tja, und was ist, wenn man selbst nicht zeichnen kann ? Höchstens noch das Haus-vom-Nikolaus und Ähnliches? Gibt es denn in der Fotografie Skizzen, sprich kann ich mit der Fotografie/mit fotografischen Mitteln Skizzen machen ?

Klar gibt es sie, klar geht das – Stichwort hier: Skizzen-Fotos.

Natürlich sind auch diese Fotos und keine Zeichnungen. Aber diese Fotos werden zum selben Zweck gemacht wie die gezeichneten Skizzen, sie dienen also allein der Vorbereitung zum Endfoto. Endfoto = das Foto, das man dann präsentiert, also veröffentlicht –wie auch immer.

Die Skizzen-Fotos selbst werden dagegen nicht gezeigt, jedenfalls in den meisten Fällen nicht.

Ob man so fotografisch arbeitet, das hängt natürlich vom Thema ab, vom fotografischen Gebiet, nicht zuletzt auch von der Zeit, die einem zur Verfügung steht.

Aber es hängt auch viel von einem selbst ab. Wie geht man an ein Foto heran, bzw. an ein Endfoto ?

Man kann sich z.B. gedankliche Skizzen machen und dann vor Ort umsetzen, man kann quasi mit einem Plan losmarschieren und gezielt danach fotografieren.

Man kann z.B. vor Ort selbst einen solchen gedanklichen Plan entwickeln und erst dann mit dem Fotografieren beginnen.

In diesen Fällen sieht man allerdings das Endfoto nur gedanklich, man hat es nicht wirklich vor Augen. Da braucht man einiges an Erfahrung, um abschätzen zu können, wie das Endfoto aussehen wird.

Man kann aber auch z.B. eine Idee haben und erst einmal probieren, ob sie so z.B. überhaupt umsetzbar ist, wie sie bildlich wirkt, wie man sie darstellen könnte.

In diesem Fall kann man Skizzen-Fotos machen. Ob erfahren oder weniger erfahren, hier hat man dann seine Idee vor Augen im Foto selbst und kann sie damit und darüber weiterentwickeln. Gedanken machen kann man sich ja einige, aber es bildlich zu sehen, das ist dann eben doch noch etwas ganz anderes. Zwei Paar Schuhe, wie man so schön sagt.

Damit es hier nicht zu theoretisch wird, zeige ich euch einmal ein Skizzen-Foto.

Skizzen-Foto Beispiel

Die Qualität ist in diesem Fall, als Skizzen-Foto, völlig gleichgültig. Denn hier ging es allein darum, bildlich vor Augen zu haben, wie und ob denn die Idee zu einem bestimmten Thema hier umgesetzt so werden könnte.

Hier könnten z.B. die Gegenstände anders arrangiert werden, andere Perspektiven gewählt werden, ein engerer Bildausschnitt.  All dies wurde dann übrigens auch gemacht.

Die gewählten Objekte könnten auch völlig ersetzt werden, wenn sie sich dann doch nicht so gut eignen zur Themenumsetzung. Das Foto kann mit anderen „Entwürfen“ zum Thema verglichen werden.

Skizzen-Fotos sollte man aufbewahren. Zumindest für die Zeit, in der man seine Ideen noch entwickelt. Man sollte sie zumindest während dieser Zeit auch immer mal wieder mit zeitlichen Abständen betrachten. Es kann durchaus passieren, dass man die ersten Entwürfe, sprich Skizzen-Fotos erst weglegt und beim späteren Betrachten dann doch wieder interessant findet.

Neben dieser eigenen Arbeit kann man so ein Skizzen-Foto auch schon einmal zeigen und prüfen, wie andere, die die Gedanken nicht kennen, darauf reagieren.

Aus all dem entwickelt sich ein kreativer Prozess, immer bildlich vor Augen und irgendwann entsteht daraus ein Endfoto.

Skizzen-Fotos haben auch noch einen anderen Vorteil gegenüber den Gedanken allein – sie halten die Gedanken bildlich fest und dadurch vergisst man nichts. Auch dann nicht, wenn man sich z.B. mit einem Thema erst später wieder befassen kann.

Auch Skizzen-Fotos sollten „sparsam“ gemacht werden, sprich man sollte nicht alle denkbaren Bildgestaltungen z.B. dann auch einzeln fotografieren.

Es geht hauptsächlich ja darum, eine Idee überhaupt erst einmal fotografisch festzuhalten.

Skizzen-Fotos werden generell auch nicht bearbeitet, auf gar keinen Fall aber länger. Das ist nur dann der Fall, wenn man sich endgültig dafür entschieden hat und eine Bearbeitung dann noch wichtig ist.

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