Psychologie in der Fotografie

Was hat bitte Psychologie mit der Fotografie zu tun?

Man hat doch allemal genug zu lernen über die Fotografie, sprich über die ganzen Techniken und Bildaufbau usw. Wozu sich da mit Psychologie beschäftigen, nein, das ist doch etwas ganz anderes.

Oder ?

Nun, das hängt davon ab, wie man Fotografie definiert. Wer darunter hauptsächlich die Diskussionen um Ausrüstung versteht, die ja teilweise erbittert sind, wer darunter hauptsächlich das reine Erlernen von Regeln/Wissen zu Techniken und Komposition versteht, der bewegt sich eigentlich immer nur an der Oberfläche der Fotografie.

Und muss sich nicht wundern, wenn die erstellten Fotos oftmals nichts vermitteln oder nur einige Fotos mehr in der großen Menge der bereits existierenden Fotos sind.

Psychologie befasst sich u.a. mit dem Verhalten, mit den Ursachen für ein Verhalten, aber auch z.B. mit dem Erleben und Empfinden von etwas.

Genau diese Bereiche aber sind in der Fotografie sehr wichtig, möchte man z.B. ein Publikum ansprechen, möchte man z.B. Fotos schaffen, die nicht nach erstem Blick darauf wieder vergessen sind.

Ich möchte euch hier erst einmal einen ersten kleinen Einblick geben, wie wichtig es ist, sich in der Fotografie auch einmal mit Psychologie zu beschäftigen.

Schaut einmal auf die Fotos hier und achtet dabei darauf, wie ihr reagiert. Wie ihr sozusagen instinktiv reagiert.

UHW-Foto Ameisen Hintergrund 2

Psychologie in Fotografie

Bei dem Ameisenfoto werdet ihr vermutlich instinktiv „igitt“ gemurmelt haben.

Bei dem Foto mit den kleinen Kanadagänsen werdet ihr vermutlich instinktiv „wie niedlich“ gesagt haben.

Und damit sind wir ja schon mitten in der Psychologie gelandet. Wie verhält man sich, wie reagiert man auf etwas, wie empfindet man etwas und warum ist das so?

Grundsätzlich wird etwas Hässliches, etwas Abstoßendes, so wie hier der Anblick der Ameisen, die eine tote Wespe zerschneiden und dabei hin- und her bewegen, abgelehnt. Das erging auch mir so bereits bei der Aufnahme. Einerseits faszinierte dieses Geschehen mich zwar, andererseits war jeder Blick durch das Makroobjektiv einfach nur ekelhaft. Auch ein Publikum möchte so etwas grundsätzlich eher nicht sehen.

Ganz anders die Situation bei den kleinen Kanadagänsen. Hier sind es z.B. die jungen Tiere, die schon instinktmäßig eine positive Reaktion hervorrufen, das sog. Kindchenschema. Man freut sich über sie, man möchte sie behüten und schützen. Man stellt eine Beziehung zu ihnen her und dies sofort.

Wenn man so etwas fotografiert, dann möchte man unbedingt die schönste Aufnahme machen, man investiert Zeit und beobachtet die Kleinen voller Freude. Auch ein Publikum reagiert hier grundsätzlich positiv, die Fotos werden eher angesehen. Das Foto erreicht das Publikum eher.

Ihr seht also schon an diesem kleinen Beispiel, wie wichtig es aus verschiedenen Gründen ist, sich doch auch mit der Psychologie zu beschäftigen in der Fotografie.

Dieses Thema wird hier in der Photoakademie.eu noch fortgesetzt.

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