Photowalk Norrland – Improvisationen

Unser Photowalk führte uns in diesem Jahr u.a. durch die faszinierende Welt von Norrland in Schweden, etwas genauer gesagt durch Hälsingland und Höga Kusten, wobei Höga Kusten sogar ein Weltkulturerbe ist. Niemals zuvor sind wir der letzten Eiszeit und ihren Auswirkungen so unmittelbar begegnet wie dort. Und niemals zuvor habe ich es derartig bedauert, ein Objektiv nicht eingepackt zu haben, vor Ort zu stehen und viele Motive nicht so aufnehmen zu können, wie ich es gerne getan hätte.

Klar überlegt man sich vor der Abreise, was man alles in seinen Trecker packt. Klar hat man im Laufe der Zeit so einiges an Erfahrungen, was vor allem an Objektiven benötigt wird oder benötigt werden könnte. Vorausgesetzt, man hat eine Auswahl an Objektiven. Und klar ist wieder einmal geworden, dass man doch wieder etwas vergisst oder dass man falsche Entscheidungen trifft. Denke nie, gedacht zu haben …

Diesmal handelte es sich darum, dass ich auf mein Makro-Objektiv verzichtet hatte. Zwar kann man es auch im Landschaftsbereich durchaus sehr gut einsetzen, aber es ist natürlich ebenfalls ein Gewicht, das man tragen muss. Bei längeren Wanderungen ist aber jedes Gramm, das man nicht tragen muss, erheblich. Oftmals setze ich es dann auch allenfalls im Landschaftsbereich ein, nicht aber im eigentlich gedachten Bereich, der Makro-Fotografie. Dafür braucht man nämlich Zeit und Ruhe, sowie ein ruhiges Händchen. Und beides ist auf Wanderungen auch nicht der Fall. Also, diesmal kein Makro-Objektiv. Gedacht, getan, geflogen.
Und mitten in einer Makro-Welt vor Ort gelandet. Die Flora und Fauna gerade in Hälsingland und Höga Kusten ist von einer unglaublichen Fülle und Vielfalt – auch Zeit gab es diesmal genügend. Alle Voraussetzungen waren gegeben, das Makro-Objektiv aber lag unerreichbar fast 1800 km weit weg zu Hause.

In so einer Situation kann man genau zwei Dinge tun. Erstens, sich schwarz ärgern und sich den Urlaub verderben dadurch. Zweitens, versuchen, mit der vorhandenen Ausrüstung das Beste herauszuholen, was machbar ist und zu improvisieren.  Und seinen Urlaub zu genießen. Zumal Improvisationen auch erheblich motivieren können.
Um der wunderschönen Flora und Fauna wenigstens einigermaßen gerecht zu werden, habe ich eine 85 mm Festbrennweite eingesetzt, den Fußzoom eingeschaltet bei Bedarf, gezielt isoliertere Motive gesucht, mit großen Blenden (kleine Blendenzahl) bis hin zur Offenblende gearbeitet sowie auch den Hintergrund je nachdem bewusst als Flächengegensatz einbezogen oder das Motiv gleich als Hintergrund selbst aufgenommen.

Das Eingangsbeispiel zeigt ein gezielt gesuchtes isolierteres Motiv, hier noch ein paar andere Einblicke und Beispiele:

Norrland-Makro-02-ARei-PA-D

Norrland-Makro-03-ARei-PA-D

Norrland-Makro-04-ARei-PA-D

Norrland-Makro-05-ARei-PA-D

Norrland-Makro-06-ARei-PA-D

Also, niemals aufgeben. Das verlohnt nicht.
Wer allerdings selbst sich Richtung Hälsingland oder Höga Kusten auf den Weg machen will, der sollte, sofern vorhanden, von vornherein ein Makro einpacken. Meins ist beim nächsten Aufenthalt dort auf jeden Fall dann dabei.

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