Macro oder Zoom

Ich höre recht oft diese eine Frage „Was soll man eigentlich mit einem Makro noch machen außer Makros ? Eine Linse für nur einen Bereich, das ist mir dann doch zu teuer.“

Meine Antwort lautet dann meist „Alles ! Ich verwende mein Makro für alles mögliche, aber vor allem auch für Portraits.“
Daher habe ich euch mal ein paar Bilder geschossen mit den Blenden 2,8; 4,0; 5,6; 8,0.

Als Objektive dienten mir das Sigma Makro 105/2,8 und das Sigma Zoom 70-200/2,8.

Ich war ca. 4m vom Tisch entfernt und habe die Bilder lediglich mit meinen Standards durch den Adobe-RAW-Konverter entwickelt (identischer Weißabgleich !) und im PS dann nur noch zueinander ausgerichtet (durch Umbau leichte Unterschiede) und verkleinert.

Für die Crops habe ich die drei Pipetten in einer Gradationskurve verwendet, damit alle Bilder sehr ähnlich sind und nicht durch die unterschiedliche Farbe, sowie Schwarz- und Weißpunkt der Eindruck verfälscht wird.

 

Hier erst die Bilder:

Makro (2,8 – 8,0)

Macro 2,8 Macro 4,0 Macro 5,6 Macro 8,0

Zoom (2,8 – 8,0)

Zoom 2,8 Zoom 4,0 Zoom 5,6 Zoom 8,0

Aufgefallen ist mir direkt im RAW-Konverter, dass die Objektive eine andere Farbe hervor bringen. Dies muss aber nicht bei allen Objektiven so sein, ist aber eigentlich recht weit verbreitet, und dies nicht nur zwischen Makro und Zoom, sondern zwischen allen Objektiven.

Ich wollte dies hier gleich mal mit aufzeigen. Der Weißabgleich war bei allen Aufnahmen identisch eingestellt. Also müsste man auch schon beim Objektivwechsel den Weißabgleich am besten gleich wieder manuell nachstellen (Graukarte).

Des Weiteren ist beim Makro ein etwas härterer Kontrast fest zu stellen (dies sieht man auch später bei den Crop-Bildern). Auch dies fällt immer wieder bei Vergleichen zwischen Objektiven auf und ist völlig normal bei einem Objektivwechsel.

 

Um die Schärfe ein wenig zu begutachten hier die Crops:

Makro (2,8 – 8,0)

Crop_Macro 2,8 Crop_Macro 4,0 Crop_Macro 5,6 Crop_Macro 8,0

Zoom (2,8 – 8,0)

Crop_Zoom 2,8 Crop_Zoom 4,0 Crop_Zoom 5,6 Crop_Zoom 8,0

Hier fällt, wie schon erwähnt, ein anderer Kontrast auf, welcher ja auch für einen Schärfeeindruck zuständig ist.

Allgemein betrachtet würde ich dem Makro mehr Details zuschreiben, das Zoom wirkt doch weicher. Allerdings finde ich beide gleich gut in der Schärfe.

Das Bokeh gefällt mir beim Zoom etwas besser, da es etwas weicher ist. Beim Makro fällt in den verschwommenen Kanten doch etwas Körnung auf. Allerdings fängt beim Makro das Bokeh früher an, wodurch es auf Entfernung dann durch die Unschärfe weicher wirkt. Dies fällt mir auch immer wieder auf wenn ich mit beiden Objektiven identische Portraits in der Landschaft schieße.

 

Unterschiede beider Objektive:

Ich denke es ist wohl klar wo der größte Unterschied liegt – die Baugröße und das damit verbundene Gewicht !

Macro vs Zoom

Daten der Objektive von der Herstellerseite:

Makro

Maße (mm) Durchm. X Länge = 74 x 95

Gewicht (g) = 450

Zoom

Maße (mm) Durchm. X Länge = 86,6 x 184,4

Gewicht (g) = 1345

 

Fazit:

Mir pers. ist aus technischer Sicht eigentlich egal welches Objektiv ich verwende.

Von der Handhabung arbeite ich aber im Bereich von 100mm lieber mit dem Makro. Es ist halt kleiner und leichter, und somit fällt es mir einfach leichter damit in Bewegung zu bleiben und Portraits zu schießen.

Das Zoom bei der Brennweite zu verwenden ist für mich nicht so vorteilhaft. Ich kann zwar beide gut halten, aber es ist halt irgendwann doch angenehmer ein kleineres und leichteres Objektiv in der Hand zu haben.

Der AF ist beim Makro klar langsamer, zumal das Zoom auch noch einen Ultraschall hat und somit auch leiser ist. Bleibe ich aber immer in einem ähnlichem Abstand zum Objekt fällt die Geschwindigkeit nicht ins Gewicht, zumindest ich habe da keine Probleme.

Manuell lassen sich beide gleich gut einstellen. Allerdings mag ich beim manuellem Fokussieren lieber das Makro, da mir durch den mechanischen Übergang die Kontrolle leichter fällt und ich durch den damit verbundenen Widerstand mehr Gefühl habe.

Will ich das etwas mehr bei den Details haben, dann nutze ich das Makro. Dies kann aber bei Portraits mit etwas zu harter Haut in der Retusche Mehrarbeit bedeuten.

Das Zoom ist da doch schon weicher, nicht unschärfer, und bei vielen Portraits etwas angenehmer. Ab einem gewissem Abstand fällt dies aber nicht mehr ganz so stark ins Gewicht, was dann auch noch durch die andere Blende kontrolliert werden kann. Bei Blende 8 haben nun mal die meisten Objektive ihren Höhepunkt an Abbildungsleistung.
Ich benutze beide Objektive sehr gerne für alle möglichen Zwecke. Auch auf Landschaft verwende ich ab und an das Makro sehr gerne. Allerdings verliert es in der Entfernung seinen Reiz, aber dafür ist es ja auch nicht so gedacht. Im Nahbereich bis zu ca. 10 – 20 m kann man aber sehr gut damit arbeiten. Und im Zweifelsfall halt auch mal schnell ein Makro schießen, ohne das Objektiv zu wechseln. Weiß man also was man vor hat, dann kann es von Vorteil sein einfach nur mit dem Makro auf der Cam los zu ziehen.

Das Zoom hat natürlich klar die Vorteile in der Flexibilität durch den Zoombereich von 70 bis 200. Die Nahgrenze liegt bei diesem Objektiv bei 1m. Durch den Vergrösserungsfaktor von 1:3,5 kann es auch für leichte Nahaufnahmen schön verwendet werden, wenn man kein Makro besitzt oder dabei hat. Allerdings kann es da nicht mit einem Makro konkurrieren, das ist klar, auch wenn das Wort „Macro“ auf vielen Objektiven im Namen verwendet wird.
Wie gesagt, es lohnt sich immer ein Makro zu kaufen, vor allem wenn man anfängt bringt es Vorteile mit sich, da ein Zoom in gleicher Klasse doch deutlich teurer ist. Und man kauft halt ein Objektiv, bekommt aber eigentlich zwei Festbrennweiten dafür. Zum einen das Makro für den extremen Nahbereich und einem Vergrösserungsfaktor von 1:1, sowie eine „normale“ Festbrennweite für fast alle Aufgabenbereiche.
Ich beziehe diesen Schluss in erster Linie auf diese hier verwendeten Objektive und meine Erfahrungen mit ihnen. Ich kenne allerdings auch andere Objektive anderer Hersteller und konnte dort ähnliches feststellen !

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