Infrarot-Style mit Photoshop

Infrarot kommt ja aus der analogen Fotografie und wurde mit speziellen Filmen und Filtern erstellt. Diese waren sehr anfällig auf Umwelteinflüsse und mussten auch sehr schnell entwickelt werden.

Die Wirkung war aber immer die Gleiche, Blattgrün wurde schneeweiß.

 

Heute ist es einfacher so einen Effekt mit der digitalen Technik zu machen. Leider kann man dank des Tiefpassfilters nicht mehr wie früher einfach eine Aufnahme machen, da der Tiefpassfilter ja kein/wenig UV-Licht durchlässt. Die einzige Möglichkeit wäre diese Platte, welche vor dem eigentlichen Sensor sitzt, zu entfernen. Dann könnte man auch weiterhin mit den Filtern von früher solche Aufnahmen erzeugen.

 

s/w:

In Photoshop ist es aber dagegen mit jedem geeignetem Landschaftsbild möglich so ein s/w-Bild zu erzeugen. Es geht ja lediglich darum den Himmel dunkler und die Pflanzen heller zu bekommen.

Hierzu braucht man nur eine Einstellungsebene „Kanalmixer“. Dort stellt man die Werte auf Blau -60, Rot +64 und Grün +62. ( Die Zahlen sind jetzt ein Beispiel/Anhaltspunkt und müssen etwas für jedes Bild angepasst werden ! )

Jetzt braucht man nur noch mit dem Abwedler in der Einstellung Highlights mit geringer Stärke und sehr weicher Spitze die Wolken schön aufhellen.

Als letzten Schliff legt man noch einen Verzerrungsfilter/weiches Licht mit den Werten 8, 2, 16 über das Bild und ist fertig.

Infrarot-Style 1

Farbe:

Wir haben heutzutage aber auch noch die Möglichkeit ähnliche Effekte mit farbigen Bildern zu erstellen. Auch hier ist es ähnlich dem s/w-Bild. Der Himmel wird kräftig und das Blattgrün verschwindet.

Hier ist es aber etwas schwieriger dies einzugrenzen und bedarf etwas mehr Arbeit.

Ich möchte euch mal meinen Weg dafür aufzeigen:

 

  • Ich erstelle mir eine Einstellungsebene „Kanalmixer“ auf monochrom. Die Werte müssen an jedes Bild angepasst werden, aber klar ist, dass Grün hoch muss und Blau runter. Rot pendelt man dann so ca. in der Mitte ein. ( z.B. Rot 41, Grün 163, Blau -106 ). Diese Ebene geht in den Modus „negativ multiplizieren“ und wird meist bei 100% angewendet.
  • Jetzt kommt eine weitere Einstellungsebene „Kanalmixer“ zum tragen. Diese hat meist leicht andere Werte ( z.B. Rot 44, Grün 127, Blau -72 ). Diese Werte kann man ganz am Schluss nochmals nachkorrigieren, damit der Effekt auch wirklich zum eigenen Geschmack passt. Auch anders ist hier der Modus, welcher auf „weiches Licht“ steht und meist eine Deckkraft von ca. 80% hat.
  • Diese beiden Ebenen werden in eine Gruppe gepackt, welche dann eine Maske bekommt, damit man das Aufhellen auf die Pflanzen beschränkt. Für die Maske nutze ich einfach den Blaukanal vom Bild, wobei ich mit gedrückter STRG-Taste auf ihn klicke und dann für den Gruppenordner die Maske aufrufe. Nun wird die Maske invertiert (Strg+i) und bekommt eine Tonwertkorrektur, damit so viel wie möglich auf der Maske von den Pflanzen weiß und vom Himmel schwarz wird. Dazu engt man die Regler recht weit auf einer Seite ein, indem man den Tiefen-Regler auf die andere Seite schiebt und das Feintuning mit dem Lichter-Regler macht. Auch dieses muss nach Bild und Geschmack angepasst werden. Somit haben wir das Aufhellen nur auf die Pflanzenteile eingegrenzt und wir können mit dem Rest weitermachen.
  • Jetzt kopieren wir uns die Hintergrundebene und wenden auf dieser den „Fotofilter/kalt(LBB)“ an. Die Ebene setzen wir auf „weiches Licht“ und gehen mit der Deckkraft runter. Meist wird es sich so bei 20-30 % einpendeln. Hierdurch verbessern wir noch die Kontraste für den Himmel und geben dem Bild einen netten Effekt dadurch.
  • Jetzt fassen wir alles zusammen und erstellen eine Kopie von allem. Dies geht am schnellsten mit der Tastenkombination STRG+Shift+ALT+E. Diese Ebene bekommt eine Weichzeichnung mit dem „Gaußscher Weichzeichner“. Der Wert ist auch wieder Geschmackssache, liegt aber meist so um die 15. Die Ebene brauchen wir jetzt nur noch mit einer Füllmethode versehen. Ich verwende gerne „negativ multiplizieren“ mit einer Deckkraft von ca. 10. Es gehen aber auch die Licht-Methoden und sogar Farbe und Luminanz. Es ist immer eine Frage welchen Effekt man erreichen möchte. Es geht vornehmlich darum ein Leuchten zu erzeugen, wobei dabei auch ein kleiner Schimmereffekt durch die Weichzeichnung durchaus seinen Reiz hat.
  • Zum Schluss verwende ich nochmals einen „Fotofilter/dunkles Blau“, damit noch mehr Intensität ins Bild kommt. Die Ebene bleibt in der Füllmethode „Normal“, bekommt aber eine Deckkraft von ca. 30%.

 

Das war es dann auch schon und wir sind fertig mit dem Bild. Wie gesagt jetzt könnte man noch mal durch die Ebenen gehen und die Deckkraft etwas nachregeln. Vor allem die Einstellungsebenen „Kanalmixer“ können auch noch in den Farbreglern verändert werden.

Infrarot-Style 2

Ach ja, es empfiehlt sich in AdobeRGB bei 16bit zu arbeiten, ist aber kein MUSS !

 

Viel Spaß nun beim Nachbauen und dem Arbeiten mit diesem Style !

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