Fotomotive ?

Im Laufe der Zeit taucht auch hier bei unserer photoakademie.eu immer öfters ein bestimmtes Suchwort auf – „Fotomotive“. Versuchen wir einmal dieses Suchwort bzw. Stichwort aufzugreifen, denn es ist von zentraler, erheblicher Bedeutung für diejenigen, die sich für Fotografie interessieren. Und nicht zuletzt, es ist für viele immer wieder ein Problem.

Fangen wir also zunächst einmal damit an, das Problem „Fotomotive“ zu umreißen – was für ein Problem ist dies überhaupt, wo liegen die Ursachen dafür. Das Problem ist nicht (besser gesagt, das Problem ist niemals), dass es keine Fotomotive gibt. Es gibt sie. Es gibt sie überall und unabhängig davon, welche Art der Fotografie ihr bevorzugt, auf welchem Gebiet euer fotografisches Interesse liegt.
Warum also gibt es die Frage „Fotomotive“ trotzdem immer wieder, immer häufiger? Und ist diese Frage überhaupt hilfreich für euch, bringt sie euch wirklich weiter, löst sie euer Problem?

Kurz gesagt: nein.
Ein Fotomotiv ist immer nur das Ergebnis eines Prozesses bzw. mehrerer Prozesse, die zuvor ablaufen, es ist nicht der Anfang davon. Wer sich nicht mit diesem Prozess auseinandersetzen möchte, wer also nur Ergebnisse davon sehen möchte, der kommt nicht weit. Denn hier fehlt der gesamte Weg dahin und dieser Weg ist es, der es möglich macht, Fotomotive selbst zu sehen, zu erkennen. Darüber hinaus muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein Fotomotiv immer persönlich und individuell ist, es ist eine Einzel-Entscheidung eines Einzelnen. Nun fragt euch einmal, seid ihr denn der Einzelne, der dieses Fotomotiv, das ihr euch gerade anseht, fotografiert hat? Die Antwort ist klar – nein, das seid ihr natürlich nicht, ihr seid eine andere Person. Auch von daher ist die Frage „Fotomotive“ mehr oder weniger sinnlos. Es ist immer und vorrangig eine Arbeit mit euch selbst und an euch, um eine befriedigende Antwort zu „Fotomotive?“ zu erhalten. Es ist nicht die Aufgabe anderer, euch dies zu ersetzen. Und es ist euch nicht einmal eine wirkliche Hilfe, die euch vorwärtsbringt, wenn ihr nur die Ergebnisse anderer sehen möchtet, mehr nicht.
Das Grundproblem um „Fotomotive“ liegt nicht darin, dass es sie nicht gibt, es liegt vielmehr darin, dass sie nicht gesehen, entdeckt, erkannt werden. Sie werden nicht wahrgenommen bzw. übersehen, zumindest von euch selbst. Wer etwas nicht sehen bzw. wahrnehmen kann, stößt an eine ganz persönliche eigene Grenze und hat ein ganz persönliches, eigenes Problem mit Fotomotiven. Und wer hier nicht daran arbeitet, also an sich selbst, um seine Fähigkeiten zu Sehen und Wahrzunehmen zu verbessern, sprich die eigene Welt zu entdecken, den eigenen Horizont zu erweitern, der wird weiterhin Fotomotive nicht selbst entdecken. An sich selbst arbeiten ist also das Ziel und die Lösung. Nichts und niemand kann diese eigene Arbeit, die man leisten muss, ersetzen.

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