Fotomotive – Idee und Motivation – Teil 1

Keine Idee ? Sehr oft liest oder hört man oder denkt es sogar selbst: „Nur wer viel herumkommt, hat auch die Motive zum Ablichten.“In dieselbe Richtung gehen Aussagen wie: „Mir fällt nichts ein, ich habe keine Idee!“ oder „Alltag ist doch langweilig, da gibt es nichts!“ oder „Nur noch Sensationelles ist faszinierend!“ usw.

Aha !? Nun lässt sich darüber viel schreiben und diskutieren, aber ich möchte Fotos ganz einfach für sich selbst sprechen lassen. Ich werde euch im Laufe der Zeit daher hier  verschiedene Fotos präsentieren, die euch zeigen, wie man lernen kann, Motive zu sehen und die Vielfalt der Fotografie zu entdecken.  Hier das erste Beispiel, schaut es euch zunächst einfach einmal an und versucht, selbst herauszufinden, was das wohl sein könnte, bevor ihr weiter lest.

 SONY DSC

Dieses erste Beispiel ist ein Gegenstand, den ihr jeden Tag sehen könnt, ihr benutzt ihn, stolpert darüber oder sucht ihn. Bei Frauen ist er oftmals eine echte Leidenschaft, die Männer dazu bringt, sich zu fragen, wie denn zum Teufel noch einmal man so viel Zeit in einem Geschäft verbringen kann, vom Geld einmal ganz abgesehen, das dafür ausgegeben wird.

Was das ist ? Nun ganz einfach – ein Schuh. Na, erraten ?  Schuhe lassen sich sehr unterschiedlich und kreativ fotografieren. Dabei ist es grundsätzlich unwichtig, welche Ausrüstung ihr habt, z.B. also auch welches Objektiv. Setzt einfach das ein, was ihr habt und entdeckt die unterschiedlichen Möglichkeiten davon. Wichtig ist ja die Idee an sich, nicht ein exaktes Kopieren eines bestehenden Fotos.

Im Beispielfoto handelt es sich um einen hochhackigen Frauenschuh, ein absolutes Marterinstrument, wenn eine Frau damit zutritt. Bei diesem Schuh ging es z.B. darum, das Spiel von Formen, Flächen und Linien zu zeigen, eine abstrakte Komposition umzusetzen. Der Schuh selbst ist nicht mehr erkennbar. Die farblichen Akzente sind durch Spiegelungen des farbigen Umfeldes im Lack des Absatzes entstanden.

Wie wurde dieses Foto gemacht ? Der Schuh wurde draußen fotografiert mit dem vorhandenen Licht. In diesem Fall wurde das harte Sonnenlicht bewusst genutzt, um die farblichen Spiegelungen sichtbar werden zu lassen. Als Objektiv wurde ein Makro eingesetzt, um von dem Schuh bereits bei der Aufnahme selbst einen möglichst kleinen Ausschnitt ablichten zu können. Mittels Photoshop wurden lediglich eine Auto-Tonwertkorrektur und ein leichter Zuschnitt vorgenommen.

Wer kein Makro hat, kann für ähnliche Aufnahmen wie diese hier auch z.B. ein Tele benutzen. Die Bildbearbeitung mit den Zuschneide- und Auswahlwerkzeugen kann ebenfalls eingesetzt werden, aber Achtung, der Ausschnitt muss dann noch über genügend Pixel verfügen, sonst sind qualitativ gute Vergrößerungen davon nicht möglich!

Das Foto ist nur eines aus einer ganzen Reihe von Fotos zu diesem Schuh. Ich habe z.B. verschieden Perspektiven und Blenden ausprobiert und auch verschiedene Teile des Schuhs abgelichtet, in verschiedenen Größen usw. All dies führte zu immer neuen Einblicken in diese Schuhwelt und zu jeweils anderen Fotos.  So kann ein einfacher Alltagsgegenstand zu einem fotografisch ganz besonderen Motiv werden. Ach ja – und beim nächsten Schuhkauf nicht verzweifeln – denkt an die Möglichkeiten, die ihr dann habt, um fotografisch zu experimentieren.

Viel Spaß und Erfolg !

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