Fotografie – Recht und Gesetz

Spätestens dann, wenn man seine Fotos veröffentlicht, erst recht aber, wenn man sie zu kommerziellen Zwecken verwenden möchte, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es Recht und Gesetz gibt.

Warum?
Auch in der Fotografie gibt es keinen „rechtsfreien Raum“.
Es gelten die unterschiedlichsten Rechte und Gesetze, die vom Fotografen/von der Fotografin beachtet werden müssen.
Sei es z.B. das „Recht am eigenen Bild“, was in der gesamten Personen-Fotografie, gleich welcher Art, gilt,  sei es z.B. das Geschmacksmuster- oder Gebrauchsmusterrecht, was beim Fotografieren von Produkten bedacht werden muss usw.
Genannt seien hier auch z.B. die Stichworte vom „model release“ und „property release“. Beides sind schriftliche Genehmigungen, die, je nach Foto z.B. vorhanden sein müssen bei der Veröffentlichung eines Fotos.
Wird ein Foto veröffentlicht, dann muss es frei von allen vorhandenen Rechten Dritter sein, es dürfen keine Rechte und Gesetze verletzt werden. Das Veröffentlichen des Fotos ist gleichzeitig die Erklärung des Fotografen/der Fotografin, dass all dies beachtet worden ist.
Ist es das aber nicht und wird dies festgestellt, dann ist der Fotograf/die Fotografin allein verantwortlich für alle daraus entstehenden Konsequenzen.
Das aber kann sehr unangenehm und sehr teuer werden.
Nicht-Wissen oder Nicht-Kennen von Recht und Gesetz ist keine Entschuldigung.
Nun werden z.B. in Foto-Communities immer wieder Rechtsfragen besprochen oder es gibt im Internet ab und an Vorträge, die dieses Thema behandeln.
Wie hilfreich aber ist das für den Einzelnen ?
Hilfreich mit Sicherheit insofern, als dass man zumindest generell eine Ahnung davon bekommen kann, dass eben nicht einfach dies oder jenes oder so fotografiert werden kann, wie man sich das vielleicht gedacht hat.
Hilfreich insofern, als dass quasi eine Art „Alarmsignal“ generell anfängt zu schrillen nach dem Prinzip „Achtung, informiere dich, überleg es dir !“ bzw. „So geht das nicht mal so eben“.
Hilfreich also im Sinne von allerersten Hinweisen und „Informationen“. Generell.
Aber mehr nicht !
Denn:
Was im konkreten Einzelfall als rechtlich erlaubt oder nicht erlaubt anzusehen ist, das wird im Streitfall, wenn geklagt wird also, letztlich nur an einem einzigen Ort definitiv entschieden. Und der ist grundsätzlich das letzte Gericht, das sich im konkreten Einzelfall mit dem konkreten Problem beschäftigt.
Hier und nur hier fällt die Entscheidung darüber, ob das konkrete Foto erlaubt war/ist, also frei von allen Rechten Dritter usw. .
Es entscheidet der Richter bzw. entscheiden die Richter des letzten Gerichtes.
Niemand sonst.
Wer darüber im Zweifel ist, ob das konkrete Foto rechtlich erlaubt ist oder nicht, sollte am besten auf eine Veröffentlichung verzichten. Dann steht man immer auf der sicheren Seite.
Ansonsten sollte man sich vorher mit einem Anwalt beraten – nicht vergessen, es geht ja um ein konkretes Foto, also um einen konkreten Einzelfall. Den kann man nicht verallgemeinern ! Außerdem gilt: was vielleicht generell erlaubt sein mag, kann im Einzelfall durchaus aus bestimmten Gründen dann doch eben verboten sein.
Communities und sog. juristische Laien können im konkreten Einzelfall nicht weiterhelfen !
Dafür ist dann nur ein Anwalt da, der natürlich u.a. wirklich weiß, was die juristische Fachsprache wirklich bedeutet.  Und das ist sehr oft nicht das, was man sich als Laie dazu gedacht und dann glaubt, verstanden zu haben !
Aber ein Anwalt kostet natürlich Geld.
Und wenn es zu einem Verfahren bei Gericht kommt, kann man grundsätzlich immer noch verlieren. Das kostet dann noch mehr Geld.
Auf die Veröffentlichung eines konkreten Fotos im Zweifelsfall zu verzichten ist mit Sicherheit die billigste Alternative – sie kostet nichts.

 

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