Fotoausrüstung – Teil 1 – kaltes Wetter

Eine Fotoausrüstung kann recht teuer sein, sogar schon dann, wenn es nur um die Kamera selbst und ein   Objektiv  geht. Was kann man tun, um die Ausrüstung am besten zu schützen ?

Hier ein paar praktische Erfahrungen und Tipps, als erstes zum Thema Kälte.

Generell sollte man natürlich möglichst schonend mit seiner Ausrüstung umgehen, will man sie so lang wie möglich behalten und auf teure Reparaturen usw. verzichten.

Andererseits muss man deswegen seine Ausrüstung aber auch nicht verhätscheln und quasi in Watte packen.

Sie hält schon einiges aus !

So z.B. auch erhebliche oder sogar extreme Temperaturschwankungen.

Solche Temperaturunterschiede entstehen z.B. immer wieder im Winter, wenn man z.B. aus der geheizten Wohnung nach draußen geht. Oder auch umgekehrt, wenn man von draußen z.B. in die geheizte Wohnung kommt. Hier kann es leicht zu Temperaturunterschieden von z.B. 30 ° C oder mehr kommen.

Wie kann man hier am besten vorgehen ?

Situation 1: Von der Wärme in die Kälte:

Nach meinen Erfahrungen stört es eine Kamera nicht, wenn sie aus der Wärme in die Kälte kommt. Sind die Temperaturunterschiede dabei erheblich, lasse ich die Kamera sich allerdings eine kurze Zeit draußen akklimatisieren. Solange die Kamera draußen im Einsatz ist, können, wenn sie sich akklimatisiert hat, auch Objektive gewechselt werden und natürlich Speicherkarten oder Akkus.

Situation 2: Von der Kälte in die Wärme

Anders ist die Situation, wenn die Kamera aus der Kälte in die Wärme kommt. In diesem Fall beschlägt die Kamera usw. sofort, überall ist sie mit Kondenswasser und Feuchtigkeit überzogen. Öffnet man die Kamera aus welchem Grund auch immer (Akku- und Speicherkartenentnahme, Objektiv abnehmen usw.) besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit auch in das Innenleben der Kamera eindringt. Je mehr Elektronik und Technik eine Kamera aber hat, desto gefährdeter ist sie in diesem Fall ! Teure Reparaturen oder im schlimmsten Fall das völlige Aus können dann passieren.

Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, eine Fototasche oder einen Fotorucksack nach draußen mitzunehmen und die Kamera usw. dort wieder zu verstauen, bevor man in die Wärme zurückkommt.

Anschließend sollte man diese Fototasche oder den Fotorucksack (über längere Zeit) an einen Platz stellen, ohne sie/ihn zu öffnen. Je nachdem, wie groß der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen ist und je nachdem, wie lange man mit der Ausrüstung draußen war/wie kalt diese geworden ist, kann es sein, dass bis zu 12 Stunden oder länger die Tasche oder der Rucksack ungeöffnet bleiben müssen. Es reicht nicht, wenn Tasche oder Rucksack sich von außen wieder normal warm anfühlen, innen drin und von der Ausrüstung selbst wird die Kälte länger konserviert !

Wenn man Akkus sofort wieder aufladen möchte oder sich die Fotos auf den Speicherkarten sofort ansehen möchte, sollte man diese Zubehörteile bereits während man noch draußen ist aus der Kamera entnehmen und außerhalb der Fototasche oder des Fotorucksacks aufbewahren, z.B. in der Jackentasche.

Situation 3: Wärme-Kälte-Wärme-Kälte usw.

Beispiel: Die Kamera kommt aus der Wärme der Wohnung nach draußen, ab einer bestimmten Zeit gefriert man dann selbst, man geht z.B. in ein Café, in ein Geschäft usw., um sich aufzuwärmen, dann geht’s wieder nach draußen usw. Oder man hat einiges zu erledigen und nimmt die Kamera mit, falls sich unterwegs schöne Motive bieten. Warm-kalt-warm-kalt usw. – man sollte dies möglichst vermeiden, zumindest aber nicht mehr mit der Kamera  fotografieren, sobald man aus der Kälte nach einer längeren Zeit erstmals in die Wärme zurückgekommen ist.  Dies gilt natürlich ganz besonders bei starken Temperaturunterschieden. Grundsätzlich hält eine Kamera auch mehrfache Temperaturwechsel aus, vor allem, wenn diese immer nur kurz sind. Aber besser ist es, dann erst gar nicht eine Kamera mitzunehmen, bzw. nach der ersten Rückkehr in die Wärme darauf zu verzichten, damit sofort erneut zu fotografieren. Wenn ich bei starken Temperaturunterschieden fotografieren möchte, dann nehme ich meine Ausrüstung mit, um zu fotografieren und mich darauf zu konzentrieren – nicht aber um sie nebenbei einzusetzen, während ich andere Dinge erledigen muss und deswegen mehrfach aus der Wärme in die Kälte in die Wärme usw. komme. Wenn ich dann irgendwann selbst gefriere, ist das shooting beendet. Für die Kamera, die ich dabei benutzt habe, auf jeden Fall definitiv. Wenn ich z.B. ein outdoor shooting morgens mache und dann z.B. nachmittags noch eines machen möchte, greife ich auf einen zweiten body samt Objektiv zurück, der dann erstmals in die Kälte kommt, während mein erster body samt Objektiv in Ruhe sich akklimatsieren kann.

Noch ein kleiner Tipp zu Akkus und Batterien:

Beide sind nicht gerade ein Freund von Kälte. Ihre Leistungsfähigkeit und Dauer wird dadurch eingeschränkt.

Daher sollte man bei längerem Aufenthalt draußen, genügend Reserve-Akkus oder Reserve-Batterien mitnehmen.

Es empfiehlt sich zudem, diese möglichst nah am Körper aufzubewahren, also z.B. in Innentaschen von Jacken.

Und zuletzt:

Falls mit Schneefall zu rechnen ist, habe ich auch immer ein altes Geschirrtrockentuch aus Baumwolle dabei. Es lässt sich bequem in jede Tasche stecken und ist vielseitig einsetzbar –

um die Linse des Objektivs sauber und trocken zu halten, um die Kamera zu trocknen usw.

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