Foto-Falle Frühling

Der Frühling ist immer wieder die Jahreszeit, in der besonders viel fotografiert wird. Es ist einfach nur verlockend, wenn nach dem langen, langen Winter die Natur wieder zurückkommt, wenn alles blüht und man überall von den unterschiedlichsten Farben umgeben ist. Aber für alle, die den Frühling lieben und die ihn fotografisch festhalten wollen, Achtung: gerade der Frühling ist eine regelrechte Foto-Falle. Wer nicht vorsichtig ist und darauf achtet, für den enden viele Fotos oft als Enttäuschung und Frust.

Die Überfülle an optischen Informationen im Foto ist das Hauptproblem vieler Frühlingsfotos.
Es ist eigentlich recht merkwürdig: Die Überfülle an Blütenpracht im Frühling, die ja gerade das typische und wunderschöne Merkmal des Frühlings in der Natur ist und über die wir uns ganz besonders freuen und die wir gerne ansehen, führt im fotografischen Bereich oft zu einer Überfülle an Informationen in einem Foto, die wir dann aber dort nicht gerne ansehen (sogar instinktiv ablehnen) und die nicht einmal die Schönheit des Frühlings zeigt.

Es ist wunderschön, wenn z.B. Bäume in voller Blütenpracht stehen. Aber ein Foto wie z.B. dieses hier davon, ist ein absolutes No-Go – ein solches Foto geht gar nicht und spricht niemanden an.
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Was kann man stattdessen am gleichen Aufnahmeort aus diesem Baum machen, um den Frühling besser bzw. überhaupt zu zeigen ?
Man kann z.B. einen anderen, engeren Bildausschnitt wählen, näher herangehen an Fotomotiv, Position und Perspektive verändern, auf einen ruhigen Hintergrund achten und mit den Blenden arbeiten sowie damit verbunden mit der Tiefenschärfe.
Diese beiden Beispielfotos zeigen euch, was dabei z.B. als Ergebnis herauskommt.
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Beide Fotos zeigen immer noch die dem Frühling eigene, typische Überfülle an optischen Informationen, aber verglichen mit dem ersten Foto besteht ein erheblicher Unterschied, der sofort auffällt. Die Probleme des ersten Fotos sind gelöst: Die Überfülle an optischen Informationen ist reduziert. Der Hintergrund unterstützt das Fotomotiv (und zerstört es nicht), weil er ruhig ist (blauer Himmel). Die Blüten können tatsächlich gesehen werden, weil sie jetzt viel größer sind und außerdem auch noch Details sichtbar sind.

Man kann auch versuchen, sich von dem Gefühl zu lösen, man müsse zwangsläufig die Überfülle des Frühlings als solche zeigen, um den Frühling zu zeigen. Es gibt einen solchen Automatismus nicht. Frühling kann auch anders gezeigt werden und solche Fotos werden trotzdem dem Frühling gerecht bzw. zeigen ihn oft erst überhaupt in seiner Schönheit und Fülle. Das Stichwort heißt insbesondere „Weniger ist Mehr“.
Eine Möglichkeit ist z.B. sich auf Flächen und Linien zu konzentrieren. Das Fotoformat ist die Fläche und diese füllt ihr einfach nur mit ein paar Linien, also Ästen mit Blüten. Je nachdem, wo ihr diese platziert im Fotoformat ergeben sich die unterschiedlichsten Bildkompositionen und Wirkungen.
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Oder ihr reduziert noch weiter, zeigt noch weniger, nur noch Einzelelemente. Die nächsten beiden Beispiele zeigen dies. Beide wurden nicht mit einem Makro aufgenommen. Damit kann man natürlich noch ganz andere Frühlingsfotos aufbauen, aber natürlich hat nicht jeder ein Makro.
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