Foto-Bericht vom PA Photo-Walk Holland/Zeeland/Walcheren: Bildgestaltung mit Teleobjektiv

Was gibt es an Hollands Küsten? Natürlich Wasser und auf diesem Wasser gibt es, je nachdem, wo man gerade ist, jede Menge Schiffsverkehr. Bei unseren Photowalks in Zeeland/Walcheren hatten wir in Vlissingen stets viele verschiedene Schiffe, die an uns vorbeizogen. Ein immer wieder beliebtes Fotomotiv, nicht nur für die Urlauber dort. In diesem Bericht möchte ich euch einmal zeigen, wie wichtig z.B. bei solchen Motiven die Foto-Ausrüstung sein kann, wenn man …

… andere Fotos haben möchte, anders gestalten möchte.

Alle nachfolgenden Fotobeispiele hätten ohne den Einsatz einer großen Tele-Brennweite so nicht gemacht werden können.

Alle Fotos sind also ein Beispiel dafür, dass zwar nicht die Marke als solches wichtig ist, aber die Ausrüstung selbst es sein kann, sprich die Möglichkeiten, die einem durch unterschiedliche Objektive gegeben werden, vorausgesetzt man hat diese.

Gerade im Bereich „nah dran“  bzw. „formatfüllende Aufnahme“ ist bei größeren oder großen Distanzen eine Tele-Brennweite einfach nicht ersetzbar. Ohne sie können insbesondere kleinere oder kleine Fotoobjekte auf größere/große Distanz entweder gar nicht oder nur minimal im Foto dargestellt werden. In diesem Fall sollte man dann besser darauf verzichten, trotzdem zu fotografieren und sich stattdessen darauf beschränken, andere Bildkompositionen zu machen, bei denen man seine vorhandene Ausrüstung nach allen Möglichkeiten, die sie bietet, einsetzt.

Verschiedene Objektive haben nicht umsonst verschiedene Einsatz-Bereiche. Ein Weitwinkel ist z.B. etwas ganz anderes als ein Teleobjektiv. Und nicht umsonst gibt es verschiedene Brennweiten – so kann nicht einmal ein Teleobjektiv mit kleinerer Brennweite ein solches mit größerer oder großer Brennweite ersetzen. Jedes Objektiv bzw. jede Brennweite hat seine Eigenheiten, seinen Charme aber auch seine Grenzen.

Wer daher mehr möchte, kann dies nur erreichen, wenn er/sie sich ein entsprechendes Objektiv kauft.

Oder auch: je mehr Objektive bzw. Brennweitenbereiche man abdecken kann, desto verschiedener und auch größer sind die Möglichkeiten, andere Fotos zu machen. Vielfalt in der Ausrüstung bedeutet grundsätzlich auch Vielfalt in der Fotografie und Bildgestaltung.

Beispiel 1:

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Dieses Schiff hier wäre ohne die hier eingesetzte große Tele-Brennweite per se schon viel kleiner gewesen und im Foto nur unwesentlich dargestellt. Außerdem konnte hier die besondere Lichtstimmung, die nur sekundenlang anhielt, festgehalten werden – die leuchtenden Farben vor allem des Schiffes, abgesetzt gegen den dunkleren Hintergrund. Ohne Tele wäre dies so nicht möglich gewesen. Mit dem Tele aber gelang eine klare Bildgestaltung, die nicht nur die besondere Lichtsituation einfangen konnte, sondern auch das Schiff als deutliches Bildelement zeigt und sich zudem darauf konzentriert. Störende Elemente der Umgebung oder auch, alles, was zu viel gewesen wäre, wurden durch die Telebrennweite eliminiert.

Beispiel 2:

Schiff-02-PICT9872so

Dieses kleinere Boot ist schon aufgrund seiner Größe ein Fall für eine große Tele-Brennweite, da es ansonsten in einem Foto völlig untergehen würde. Hinzu kommt zudem die Situation, das Boot bricht seinen Weg durch Wellen, die es nur in größerer Distanz gab. Ohne Tele wäre diese Aufnahme mit ihrer Dynamik und Aktion so nicht möglich gewesen. Ohne Tele wäre auch hier eine Bildgestaltung nach dem Prinzip „Weniger ist Mehr“ nicht möglich gewesen.

Dies nächsten Beispiele hier zeigen, wie anders Schiffe mit einem großen Tele-Objektiv dargestellt werden können. So kann man, je nachdem wie man es gerne möchte, ganz eigene Bildkompositionen mit Schiffen erstellen, Detailaufnahmen, Flächenkompositionen, Darstellung der Größe usw. Alle Beispiele unterscheiden sich per se erheblich von den sonst üblichen, gängigen „Schiff-Fotos“.

Schiff-03-PICT0151-2soso

Schiff-04-PICT9774-2so

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Mit einer großen Tele-Festbrennweite vorbeifahrende Schiffe zu fotografieren ist übrigens nicht ganz so einfach. Sehr schnell entdeckt man z.B. immer wieder, dass nur noch ein Teil des Schiffes im Sucher zu sehen ist, das Schiff ist „zu nahe“ gekommen – Ende einer kompletten Aufnahme davon, vor allem dann, wenn es sich sowieso schon um ein großes Schiff handelt.

Einfacher wird dies nur, wenn man ein Tele-Zoom mit einem größeren/großen Brennweitenbereich einsetzt. Hier kann man zumindest schnell den Brennweitenbereich verringern und so noch zu passablen Ganz-Aufnahmen kommen.
Und was für Schiffe gilt, so wie hier beispielhaft gezeigt, gilt natürlich auch für alle anderen denkbaren Motive, die sich bewegen. Im großen Tele-Bereich heißt es bei sich bewegenden Objekten: die Kamera muss vorher eingestellt sein und „schussbereit“. Der Fotograf/die Fotografin muss ständig beobachten und blitzschnell und flexibel reagieren können.

Egal ob Tele-Festbrennweite oder Tele-Zoom:
Je weiter die Distanz ist, die man per Tele überbrücken kann, desto mehr muss man sich u.a. mit den Problemen von Dunst und „Verschwommenheit“ herumschlagen, es sei denn, man hat ausnahmsweise einmal die allerbesten Lichtverhältnisse. Selbstredend ist natürlich auch, dass im Bereich der Tele-Fotografie sehr schnell, wenn nicht sogar grundsätzlich ein Stativ eingesetzt werden muss, bei großen Brennweiten ist es auf jeden Fall zwingend erforderlich. Usw. Dennoch sind die Möglichkeiten, die eine größere bzw. große Tele-Brennweite bietet, unvergleichlich.

Bildgestalterisch führt sie nicht nur zu außergewöhnlicheren Ansichten (s.o.), sondern auch grundsätzlich zu klaren Kompositionen, bei denen das wesentliche Motivelement schon optisch dominiert. Bildgestaltung nach dem Prinzip „Weniger ist Mehr“.

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