Foto-Bericht vom PA Photo-Walk: Abisko – Auf dem Gipfel des Njulla – Teil 2

Hier der zweite Teil zu unserem Photowalk in Abisko, wo wir uns dazu entschlossen hatten, auf den Gipfel des Njulla zu klettern und von dort aus über den Gipfel zu wandern. Der Njulla ist der sogenannte „Hausberg“ von Abisko.

Von dort aus und auf unserer weiteren Wandertour dort oben wollten wir insbesondere einmal Abisko und die Umgebung dort von oben betrachten und natürlich entsprechende Fotos davon machen. Das schwedische Lappland einmal von oben zu sehen, ist ganz einfach ein „Muss“, um die Größe und Dimensionen anders erfahren und erleben zu können.

Aber während wir all dies mit unseren Augen sehen konnten, hatten unsere Kameras doch so mancherlei Schwierigkeiten damit – aufgrund der Wetterbedingungen. Obwohl es ein überwiegend sonniger Tag war, wechselten die Wolken am Himmel ständig und oft sogar innerhalb ganz kurzer Zeit. Dadurch hatten wir fortlaufend andere Lichtverhältnisse beim Fotografieren, was aber als solches noch kein Problem war. Auf wechselndes Licht kann man sich relativ problemlos einstellen und die Kamera auch.

Ein ernsthaftes Problem für die Kamera waren aber der feine Dunst und Schleier über der Landschaft, der mit zunehmender Entfernung immer dichter wurde und in der Entfernung eher schon mit leichterem Nebel verglichen werden konnte. Alles was weiter entfernt lag und was ja den Reiz von Landschaftsaufnahmen von oben in die Weite hinein ausmacht, war für unsere Kameras nicht mehr klar zu „sehen“, es verschwamm und löste sich konturenmäßig und auch farbmäßig auf. Das menschliche Auge ist demgegenüber besser „ausgerüstet“ und kann wesentlich mehr sehen und erkennen. Aber das half uns natürlich nicht weiter, um die Aufnahmen machen zu können, die wir uns vorgestellt hatten, die wir geplant hatten.

Die Kontraste waren teilweise minimal, die Farben verblassten, vor allem in der Ferne, die Konturen und Umrisse der Berge waren nicht klar und scharf abgesetzt, sondern eher im Bereich verwischt und „unscharf“, also sehr weich und aufgelöst. Außerdem wurden die Farben, je weiter die Entfernung war, immer blaustichiger, was ein generelles Problem bei Fotografie in den Bergen ist, da dort die UV-Strahlung bei Sonnenschein sehr intensiv ist.
Was also tun bei solchen Wetterbedingungen ?
Was kann man dabei direkt vor Ort machen, wenn man fotografieren möchte ?

Natürlich kann man, um das Bestmögliche zu erreichen, z.B. einen Polfilter benutzen, die ISO auf eine niedrigere oder sogar die niedrigste Zahl stellen, ein Objektiv nutzen, dass per se schon eine schärfere Abbildungsqualität hat usw., aber all dies garantiert nun auch nicht, dass man die Ergebnisse bekommt, die man sich gewünscht hat. Darüberhinaus hilft all dies schon mal gar nicht, wenn man z.B. keinen Polfilter oder kein entsprechendes Objektiv hat oder vergessen hat, es auf die Tour mitzunehmen.

Deswegen möchte ich euch hier zusätzlich einen anderen Tipp dazu geben, was ihr in einer solchen Situation fotografisch machen könnt: Versucht, so viele „Kontraste“ wie möglich in euer Foto einzubauen. Dies kann man z.B. wie folgt erreichen:

1. Bezieht einen Vordergrund in eure Bildgestaltung ein, der „klar“ ist und der zusätzliche Farben in eure Aufnahme bringt. Dadurch gibt es zumindest ein Element im Foto, das sich vom Rest unterscheidet, vor allem weil dieses Element klarer und damit schärfer wirkt und weil alles, was dicht vor der Kamera liegt keinen oder wesentlich weniger Dunst hat als alles, was weiter entfernt liegt. Durch das Mit-Einbeziehen eines Vordergrundes kann sich außerdem ein Betrachter die Entfernungen besser vorstellen, man bekommt einen ganz anderen räumlichen Eindruck.

Hier einige Beispiele dafür:

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2. Achtet auf den Himmel ! Wolken oder Wolkenformationen sind ein zusätzliches Element, das sehr interessant innerhalb der Bildgestaltung wirken kann und den Gesamteindruck vom Dunst, der über einer Landschaft liegt, minimieren kann.

Hier einige Beispiele dafür:

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3. Achtet darauf, wie die Fotomotive, die in der Entfernung liegen, aussehen, vor allem dann, wenn ihr im Telefoto-Bereich arbeiten möchtet. Motive, die Kontraste aufweisen, sei es z.B. durch verschiedene Beleuchtung (Licht- und Schattenpartien) oder durch verschiedene Farben können bei solchen problematischen Wetterbedingungen besser fotografiert werden als Motive, die bereits an für sich kontrastlos sind, z.B. weil sie eine nahezu einheitliche Farbgebung haben.

Hier seht ihr zunächst zwei Beispiele, bei denen bereits per se mehr Kontraste (kontrastreicher) vorhanden sind. Anschließend dann zwei Beispiele, wo es bereits grundsätzlich Probleme mit Kontrasten (kontrastärmer) gibt.

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4. Je dichter ihr übrigens an ein Motiv „herangeht“, je größer also die Tele-Brennweite ist, desto problematischer wird es, Kontraste mit einzubeziehen, um die Wirkung des Dunstes vor allem bei großen Distanzen zu minimieren.

Bei solchen Wetterlagen ist ein Weitwinkel-Objektiv eher empfehlenswert oder auch ein „normales“ Objektiv mit einer Brennweite von maximal 80 mm.

5. Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, um vor Ort zu bleiben und sei es auch nur, dass ihr dort eine Zeitlang wandert, achtet auf alle Wechsel im Wetter und beim Licht. Fotografiert als erstes immer die Teile der Landschaft, wo das meiste Licht und der meiste Sonnenschein sind und wo der Dunst deswegen am geringsten ist.

6. Denkt auch daran, dass euch ein 360 Grad Winkel zur Verfügung steht, sprich dreht euch im Kreis um euch selbst. Wenn die Landschaft, die direkt vor euren Augen liegt, euch fotografische Probleme beschert, dann mag es trotzdem durchaus sein, dass die Landschaft, die hinter euch liegt, dies nicht tut oder in geringerem Ausmaß.

7. Wenn die Wetterbedingungen vor Ort euch keinen Spielraum lassen und ihr wisst, dass ihr nicht die Fotos erhalten werdet, die ihr euch ursprünglich vorgestellt hattet (auch nicht im Rahmen evtl. Bildbearbeitung), dann bleibt euch vor Ort zumindest immer noch die Möglichkeit, die Landschaft anders zu fotografieren. In diesem Falle zwar nicht die Überblicke über die Entfernungen, die Gesamtlandschaft, aber zumindest einzelne Bestandteile davon, also die nähere Landschaft.

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, fotografisch zu arbeiten.

Wie z.B. diese hier:
arbeiten mit „Minima“

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oder
arbeiten mit Linien und Formen.

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Bis bald ! Fragen und feedback sind von euch sind wie immer jederzeit herzlich willkommen !

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