Foto-Bericht vom PA Photo-Walk: Abisko – Auf dem Gipfel des Njulla – Teil 1

Abisko und der Abisko-Nationalpark – das war für uns eines unserer Wunschziele im schwedischen Lappland für eine Fototour.

Eine weitere Herausforderung für unsere fotografische Ausrüstung, Stichwort: so wenig, wie möglich und so viel, wie nötig.Denn es gibt zwar viele Möglichkeiten, das schwedische Lappland zu erkunden, aber eine, die kann man mit Sicherheit vergessen und zwar diejenige per Auto.Es gibt ohnedies nur sehr wenige Straßen im schwedischen Lappland und selbst davon führt keine einzige durch einen der vielen Nationalparks, meistens kommt man nicht einmal an einen Nationalpark heran, nur an einige Orte, die dann aber oft noch viele km entfernt liegen. Die üblichste Art und Weise, in den Nationalparks zu reisen, ist daher diejenige zu Fuß. Wandern, über lange Strecken.

Wenn man dabei auch noch fotografieren möchte, dann gibt es vieles vorab zu bedenken und zu planen. Selbst dann aber gilt …
… seid darauf vorbereitet, dass ihr doch nicht vorbereitet seid.

Der Abisko Nationalpark lässt sich vereinfacht gesagt in zwei große Regionen teilen:
–  die Regionen mit den Bäumen, Pflanzen, Flüssen, Seen, Stromschnellen und Wasserfällen und
–  die Regionen mit den Bergen in allen Formen und Größen.
Dazwischen, also sozusagen von unten bis oben gibt es alle Arten von Vegetation, von Bäumen zu Büschen, von Blumen verschiedenster Art aus der Tundra, zu Moosen und Flechten und schließlich die kahlen Gipfel, die aus nacktem Felsen sind. Überall gibt es die verschiedensten Fotomotive.

Theoretisch kann man in allen Gebieten der Natur-Fotografie dort arbeiten und jedes denkbare Objektiv einsetzen, vom Teleobjektiv bis zum Weitwinkel, vom Makroobjektiv bis zu jedem anderen Objektiv, das man besitzt oder das es auf dem Markt gibt. Praktisch sieht das etwas anders aus. Warum ? Die Antwort darauf ist einfach: weil man sehr viel wandert/wandern „ muss“. Wandern aber verbraucht eine Menge Energie und Kraft, selbst wenn man an für sich in einer guten Kondition ist. Zumal Wandern in Lappland die meiste Zeit bedeutet, sich aufwärts und abwärts zu bewegen, eine Art pausenloses Klettern.
Und das heißt schlichtweg, dass man nicht ein Gramm zusätzliches Gewicht mehr braucht/mitnimmt als absolut erforderlich. Die Ausrüstung zum Fotografieren muss vorher sorgfältig durchgeplant und auf ein Minimum reduziert werden.

Wer dies nicht macht, weil er/sie denkt, ich könnte vielleicht und möchte aber doch und dafür könnte ich ja und brauche ich doch usw. usw. und ich schaff das schon, der/die macht das genau einmal, oder auch das erste Mal und das letzte Mal. Wandertouren sind per se schon anstrengend, zusätzliches Gewicht durch eine Fotoausrüstung, von der dann die meisten Objektive usw. nicht einmal benutzt werden, quasi sinnloses Schleppen von Gewicht, das vergisst man nicht, wenn man anschließend „seine Knochen erst einmal zählen muss“ und platt in der Ecke liegt. Spätestens dann weiß man aus eigener Erfahrung, dass fotografische Wünsche und Vorstellungen bei solchen längeren Touren eben nicht so (einfach) umgesetzt werden können, wie man sich das gedacht hatte. Entweder schließt man sozusagen mit sich selbst einen Kompromiss und überlegt genau, was möchte man auf jeden Fall machen und was kann man realisieren davon oder man braucht eine ganze Menge Zeit, um wiederholt dieselbe Tour zu machen, aber jeweils mit z.B. anderen Objektiven.

Bevor wir also nach Abisko gefahren sind, haben wir erst einmal überlegt, was wir dort unternehmen wollten und uns dann entschlossen, auf den Hausberg von Abisko, den Njulla zu klettern und von dort aus weiter über den Gipfel. Also immer oberhalb, denn das schwedische Lappland einmal von oben zu sehen, das ist einfach ein „Muss“. Auch wollten wir einmal einen Überblick über den Abisko Nationalpark von oben haben, statt dort auf den Wanderwegen innerhalb der Baumregion zu stecken bzw. in den Tälern.

Mit diesem Ziel (Njulla und Bergrücken) vor Augen haben wir dann lange Zeit damit verbracht, genau zu planen und uns zu überlegen, welche Ausrüstung das absolute Minimum sein könnte, um dort trotzdem möglichst viel so fotografieren zu können, wie wir das wollten und jeder für sich selbst sich gewünscht hat.

Eine Ausrüstung so zu reduzieren, das ist nicht so einfach und will gut überlegt sein.
Vor allem ging es dabei um die Frage, wie viele Objektive nimmt man mit. Und mit dieser Frage bzw. der Auswahl der Objektive war zugleich die Entscheidung verbunden, was und wie man hauptsächlich halt fotografieren würde.  Schließlich habe ich genau einen body und ein Objektiv mitgenommen, ein 24-105er Zoom-Objektiv. Im Trecker/Rucksack waren außerdem ein 17-35 mm Zoom-Objektiv, Ersatzakkus und eine Speicherkarte als Reserve. Das war alles an fotografischer Ausrüstung für diese Tour. Der Rest im Trecker waren Dinge, die man für eine solche Wandertour unbedingt mitnehmen sollte: Trinken, Energie-Nahrung, Regensachen usw.

Hier ein paar erste Fotos von dieser Tour auf dem Gipfel des Njulla.

Die meisten davon wurden mit dem 24-105er Zoom-Objektiv gemacht. Das 17-35er Zoom-Objektiv kam nur einige Male überhaupt zum Einsatz, meist erst bei längeren Rastpausen. Obwohl praktisch nur ein einziges Objektiv ständig verwendet wurde, war es damit doch möglich, ganz verschiedene Fotomotive so abzulichten, dass man einen Eindruck von der Vielfalt in dieser Landschaft bekommt.

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Bis bald mit Teil 2 von diesem Photowalk. Dann zeige und erkläre ich euch, was man vor Ort machen kann unter den gegebenen Wetterverhältnissen, bzw. anders gesagt, was man machen kann trotz der gegebenen Wetterverhältnisse. Gerade in den Bergen entstehen dabei immer wieder ganz typische Probleme.

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