Festbrennweite 20 oder 24 f2,8 ?

Inspiriert für diesen Beitrag wurde ich durch eine Frage auf „facebook“.

Es wurde dabei auch noch ein preisliches Limit gesetzt, darauf möchte ich aber erst später eingehen.

Da ich vor einer ähnlichen Entscheidung stand, möchte ich dieses Thema zum Anlass nehmen und meine Gedanken dazu aufzeigen. Auch möchte ich erklären, warum und vor allem wie ich mich entschieden habe.

 

Oft bin ich in Landschaften mit solchen Brennweitenbereichen unterwegs. Also liegt der Gedanke nahe, dass ich auch eine gute Festbrennweite in diesem Bereich möchte.

Ich habe 28/2,8, welche ich sehr oft nutze. Auch ist da noch sehr oft ein 50/1,4 auf meiner Kamera. Beide sind für mich die gängigsten Brennweiten, wenn ich in der Landschaft, oder auch in Räumen unterwegs bin. Ich bin auch ein absoluter Fan von Festbrennweiten und möchte in dem Weitwinkelbereich, den ich häufig nutze, eigentlich nicht ein Zoom an meine Kamera schrauben. Zoom-Objektive sind zwar auch sehr gut, aber oft ist bei Blende f2,8 Schluss. Besonders in Räumen darf es auch mal gerne irgendwas offeneres sein.

Ich spielte also lange mit dem Gedanken, meinem 50/1,4 noch ein 24/1,4 zu geben. Dazwischen habe ich bereits das 28/2,8 und 35/2,8.

So ein 24/1,4 ist natürlich vom Preis nicht gerade leicht zu tragen, das darf man dabei nie außer Acht lassen. Auch wenn der Wunsch nach extremer Offenblende sehr groß ist, so muss man doch auch an das Finanzielle denken. Also muss man für sich abwägen, wann und wofür man so ein Objektiv nutzt.

Auf Landschaft braucht man eher selten eine Offenblende von f1,4. In Räumen auf Veranstaltungen eher schon, aber für Portrait ist es doch sehr sehr knapp. Am Abend in der Landschaft kann es für gewisse Effekte schon mal seinen Reiz haben.

Also haderte ich sehr lange mit mir und sparte auf 24/1,4.

Gedanken wurden in mir laut: „Muss es wirklich 24/1,4 sein ?“, „Soll ich wirklich so viel Geld investieren ?“, „Lohnt sich die Anschaffung – hast ja 28mm ?“, „Ist 24mm nicht zu dicht an 28mm ?“, „Du liebst extreme Brennweiten, sollte es nicht vielleicht doch noch mehr Weitwinkel sein ?“, …

Ich muss dazu sagen, dass ich für einen anderen Boddy(Crop) schon ab 11mm gut bestückt bin. Aber ich wollte etwas für meine KB-Vollformat.

Eine Suche bei den Objektiven versch. Hersteller ließ mich auf 17-35/2,8 und 16-35/4 aufmerksam werden.

Gut, 17-35/2,8 kostet so viel wie ein 24/1,4. Das 16-35/4 kostet lediglich die Hälfte. Ich wollte aber eigentlich eine Festbrennweite.

Für meinen anderen Body+Analog besitze ich ein 17-35/2,8-4 …

Ich mag diesen Brennweitenbereich, ich mag vor allem in der Landschaft das bisschen Mehr an Weitwinkel, ich nutze auch für Menschen diese Brennweiten und auch in Räumen hat mir das Objektiv schon oft geholfen.

Also machte ich mir eine Liste an Pro und Contra – Zoom gegen Festbrennweite, f1,4 gegen f2,8 und f4.

Am Schluss siegte nicht nur die Vernunft bei dem Blick auf das Geld, nein auch die Logik hinter meinem Entschluss. Die Entscheidung fiel auf das 16-35/4.

24mm war mir dann doch zu dicht an dem 28mm, f1,4 nutze ich einfach zu selten, selbst am 50’er bin ich meist deutlich weiter geschlossen. Ab und an ist eine große Offenblende im Raum schon hilfreich, aber wie oft nutze ich das wirklich. Vor allem das „wie oft ?“ im Verhältnis zum Preis und der etwas größere Wunsch nach noch mehr Weitwinkel festigten meinen Entschluss.

Kurz gab es noch den Blick auf das 17-35/2,8, aber die Vernunft schaute dann doch ein wenig mit aufs Geld. Und dank Stabilisator kann ich auch im Notfall mit f4 gut leben. Die Qualität von dem 16-35 ist absolut klasse. Das Objektiv braucht sich nun wirklich nicht hinter dem 17-35 oder gar dem 24mm verstecken – scharf selbst an den Rändern.

Im Endeffekt half mir der Blick aufs Geld und das Mehr an Brennweite bei meiner Entscheidung. Auch dass ich für meinen anderen Hersteller ein 17-35 habe war gut, vor allem, wenn man mal bei 17mm durch den Sucher schaut und den Effekt mit 24mm vergleicht. Zum Glück habe ich ja die Analoge, wodurch die Vorstellung vom Effekt am KB-Vollformat klar vor Augen lag – ich brauche deutlich weniger als nur 24mm.

Und mit 16-35mm bin ich gut ausgestattet zu meinem 50mm hin – auf Landschaft, oder auch mal in Räumen, ist es doch ok ein Zoom zu haben, man ist halt doch etwas flexibler.

 

Wie gesagt, bei „facebook“ gab es noch ein Preislimit, auf das ich noch mal kurz eingehen möchte.

Hat man nicht viel Geld übrig (300-500€), dann sollte man von den Hersteller eigenen Objektiven absehen. Auch der Wunsch nach sehr großer Offenblende passt da nicht so richtig mit in die Überlegung.

Von Fremdherstellern könnte man schon ein 20 oder 24 bekommen, aber selbst ein 1,8 kostet schon mal mehr. Einige Kamera-Hersteller sind auch nicht so gut bestückt im unteren Brennweitenbereich, was die Wahl von Fremdherstellern schon wieder mit ins Rennen bringt.

Auch sind Objektive der Fremdhersteller, z.B. Sigma oder Tamron, nicht wirklich schlecht. Da gibt es schon einige gute Linsen in deren Objektivpark.

Festbrennweiten können zwar schon mal günstiger sein als ähnliche Zoom-Objektive, aber ein Blick auf die verschiedenen Seiten lässt einen schnell zur Einsicht kommen.

Bei mir hat die Flexibilität eines Zoom-Objektives in diesem Brennweitenbereich auch dazu geführt von einer Festbrennweite ab zu sehen. Eine Standard-Brennweite oder auch Portrait-Linse kauft man gezielt, da weiß man, was man braucht. Aber für Landschaft und auch Veranstaltungen kann im Weitwinkelbereich ein Zoom durchaus Vorteile haben.

Ich sage ja auch immer, dass man kein Geld bei Objektiven sparen soll. Ein Objektiv ist einfach viel zu wichtig für ein qualitativ gutes Bild. Auch hat man ein Objektiv deutlich länger, evtl. sogar ein Leben lang.

Ist man aber finanziell ein wenig eingeschränkt, dann muss man irgendwo Abstriche machen und Kompromisse eingehen. Und in dem Falle rate ich dann doch lieber zu einem Zoom von einem Fremdhersteller. Auch wenn der Wunsch nach einer Festbrennweite groß ist, so rät das Geld einem doch eher zur Vernunft. Auch darf man die Flexibilität im Weitwinkelbereich echt nicht dabei unterschätzen.

Der Markt ist leider sehr dünn besiedelt im Weitwinkelbereich, vor allem für KB-Vollformat, also ist es nie verkehrt auch mal zu anderen Herstellern zu schauen, damit man etwas mehr zum Auswählen hat und flexibler beim Preis ist.

 

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