Farbe – die koloristische Farbgebung

Wer nicht mit der linearen Farbgebung arbeiten möchte, dem steht das Gegenteil zur Verfügung: die koloristische Farbgebung.

Und was bedeutet das jetzt – koloristische Farbgebung ?

Hier einmal ein kleiner Einblick in diese Arbeitsmethode inklusive ein paar Fotos dazu.

Wie bereits erwähnt, ist die koloristische Farbgebung das Gegenteil zur linearen Farbgebung.

Daher bedeutet koloristische Farbgebung, vereinfacht gesagt, dass die Farben nicht streng voneinander getrennt sind, dass sie keine klaren Konturen haben.

Die Konturen sind unscharf, verschwommen. Die Farben sind z.B. verwischt, sie „berühren“ sich, sie fließen ineinander über und wirken weich und unscharf.

Da es einfacher ist, sich dieses vorzustellen, wenn man es sieht, habe ich euch hier einmal ein ganz typisches Beispiel für die Arbeit mit der koloristischen Farbgebung als Foto hochgeladen.

koloristischeFarbgebung1

Dieses Beispiel ist allerdings ein „extremes“ Beispiel für diese Arbeitsmethode und gehört daher in den Bereich der experimentellen Fotografie.

Hier handelt es sich um eine abstrakte Farbkomposition, bei der absolut nichts scharf zu sehen ist. Weder die Farben im Einzelnen, noch irgendwelche Elemente des Motivs selbst.

Natürlich muss man nicht gleich so oder nur so fotografieren, wenn man mit der koloristischen Farbgebung arbeiten möchte.

Wichtig ist es einfach, sich zu merken, dass die Stichworte für die koloristische Farbgebung bzw. dass die wesentlichen Haupteigenschaften dafür „weich, verschwommen, fließend und unscharf“ sind.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, „unscharfe“ Fotos zu gestalten.

Zum einen kann man entsprechende Kameraeinstellungen nutzen, insbesondere im Blendenbereich und in der Wahl des Elementes im Motiv, auf das man fokussiert, also scharf stellt.

Zum anderen kann man aber auch natürliche Bedingungen draußen ausnutzen, wie z.B. das vorhandene Wetter, um eine koloristische Farbgebung im Foto festzuhalten.

Hier könnt ihr z.B. einen solchen natürlichen Effekt sehen. Eine Aufnahme, die durch eine verregnete Windschutzscheibe gemacht worden ist.

koloristischeFarbgebung2

Aber bitte niemals solche Fotos machen, wenn ihr selbst fahrt! Ich war hier Beifahrerin und hatte als solche die Gelegenheit dazu. Alles andere ist zu gefährlich und auch verboten !

Meistens arbeitet man mit der linearen und der koloristischen Farbgebung gleichzeitig vor Ort, vor allem/zumindest im Bereich der Nah- und Makrofotografie, wenn das Motiv relativ klein ist und mit einem entsprechenden Hintergrund aufgenommen wird.

So wie hier z.B.:

koloristischeFarbgebung3

Während auf der vorderen großen Blüte der Fuchsie größtenteils lineare Farbgebung vorliegt, sind die hinteren Blüten der Fuchsie und die Blätter verschwommen und weich. Und damit handelt es sich vor allem in diesem Hintergrundbereich um koloristische Farbgebung.

Hier noch ein letztes Beispiel:

lineare Farbgebung

Während die Häuser, besser gesagt, die obersten Teile der Hausfronten der linearen Farbgebung folgen, ist bei den Wolken im Himmel die koloristische Farbgebung angesagt. Das „Weiß“ der Wolken hat keine klaren Konturen und verschwimmt im Blau des Himmels.

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