Braucht man Schärfe ?

„Braucht man Schärfe“, oder anders gefragt „Wie viel Schärfe braucht man“ ?

Das ist eine Frage, über die man sich sicher auch auf mehreren Seiten auslassen kann. Ich möchte hier aber mal so kurz wie möglich dieses Thema aufgreifen.

Schärfe kann man ja in verschiedene Arten ausdrücken. Zum einen natürlich die gängige Art, der Fokus. Also der Punkt, den man in einem Bild scharf stellt. Zum anderen gibt es dann noch den Bereich der Schärfe, welcher mit der Blende gesteuert wird. Diesen Schärfebereich kann man ja durch Vergrößern oder Verkleinern der Blende in seinen Ausmaßen um den Schärfepunkt bestimmen.

Zum anderen gibt es ja auch noch Objektive, die neben der Blende noch eine Möglichkeit zur Defokussierung haben. Diese Defokus-Objektive können den Bereich vor oder hinter dem Schärfepunkt noch zusätzlich zum Schärfebereich eingrenzen.

Hier geht es mir jetzt auch um eine Art der Defokussierung, allerdings mit jedem Objektiv, und zwar durch Drehen des Fokusringes.

Schauen wir uns zunächst mal folgendes Bild an:

Braucht man Schärfe_scharf

Man sieht viele Herbstfarben, ein paar Äste und etwas Himmel im Hintergrund durchscheinen. Vieles ist scharf abgebildet und wir können uns nicht so wirklich auf einen wesentlichen Punkt fixieren. Durch die Astgabeln und eine leichte Vignette werden wir zwar auf das Zentrum gelenkt, aber eigentlich sind wir eher verwirrt. Einige mögen dieses Farbenspiel evtl. „schön“ finden, die meisten werden aber wohl eher schnell gelangweilt sein.

Gehen wir nun aber zum nächsten Bild:

Braucht man Schärfe_unscharf

Obwohl dieses Bild doch sehr unscharf ist, können wir dennoch erahnen, was es wohl abbildet. Die Farben sind uns vertraut, auch die Astgabel lässt uns noch vermuten, was wir da sehen. Das Bild wird hier also nicht von Details bestimmt, sondern von dem Farbenmeer, den Flächen und Formen. Auch wenn wir nichts wirklich sehen können, ist dieses Bild doch eigentlich viel spannender, als das scharfe Bild, wo wir eher von den vielen Details erschlagen werden.

Wir können hier von einem abstraktem Kunstwerk sprechen, wo es halt keiner Details bedarf, damit unser Gehirn angeregt wird. Eine unscharfe Fläche von Farben und Formen kann oft viel interessanter wirken als ein völlig scharfes Bild – probiert es selbst mal aus.

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