Bildkomposition – Die Farbe Rot – Teil 1

Es gibt viele Farben und Farbnuancen. Dennoch ist gerade die Farbe Rot eine Farbe, der wir vor allem in der Fotografie unsere ganz besondere Aufmerksamkeit schenken müssen.

Ansonsten kann ein Foto ganz schnell sogar völlig ruiniert sein.

Rot ist bekanntermaßen eine Alarm- und Signalfarbe.

So hat jedes Auto rote Bremsleuchten z.B., viele Schilder im Straßenverkehr sind rot, bei Ampeln bedeutet Rot Anhalten, zumindest in Deutschland ist rot die Farbe der Feuerwehr usw.

Rot ist eine Farbe, auf die man automatisch reagiert, sie „springt“ einem quasi ins Auge, sie lenkt auch in minimaler Größe unmittelbar die Aufmerksamkeit auf sich.

Auch wenn wir mit Farbinformationen im Alltag überflutet werden, Rot drängt dabei sich stets hervor. Dort schauen wir als erstes hin.

Was bedeutet das nun speziell auf die Fotografie bezogen ?

Jedes Rot, auch in kleinster Größe, lenkt das Auge des Betrachters sofort auf sich.

Einmal im Foto entdeckt, kann dieses Rot dann auch nicht mehr optisch verdrängt werden.

Der Betrachter beschäftigt sich intensiv speziell mit diesem Rot. Es wird zwar auch in den Zusammenhang mit der Gesamtfläche des Fotos eingeordnet, aber primär bleibt das Auge des Betrachters am Rot selbst hängen und kehrt immer wieder dorthin zurück.

Hier einmal ein ganz einfaches Beispiel dafür:

Rot-Lern-01-PA-ARei-DSC0997

Eine Szene, die speziell aus Demonstrationszwecken so fotografiert wurde. Eine Szene in einer Stadt, wo mitten im Schmutz und Asphalt dennoch eine Tulpe wächst, als ob sie auf einer blühenden Wiese wäre.

Nun achtet einmal darauf, wie viele verschiedene andere Elemente es in dem Foto gibt und wie minimal die rote Tulpe flächenmäßig im Vergleich zum Rest der Fläche ist.

Trotzdem zieht die rote Tulpe sofort die Augen auf sich, weil sie rot ist.

Wäre sie z.B. gelb, würde sie quasi überhaupt nicht auffallen.

Rot kann zu einem Unruhestifter im Foto werden, d.h. es kann eine ansonsten noch so harmonische Bildkomposition, gleich welcher Art, sogar völlig zerstören.

Dies passiert immer wieder dann, wenn man sich auf sein Motiv konzentriert und diese Farbe im Umfeld des Motivs übersehen hat beim Fotografieren.

Und das wiederum passiert, weil der Mensch nicht nur mit den Augen selbst sieht, sondern am Sehprozess auch, bzw. sogar hauptsächlich, das Gehirn beteiligt ist. Dadurch sieht der Mensch vereinfacht gesagt das, was er sehen möchte. Und das ist nicht gleichzusetzen mit dem, was tatsächlich ist. Die Kamera dagegen sieht anders und kann keine Einflüsse abschalten.

So kommt es immer wieder zu Fotos, bei denen „auf einmal“ unerwünschte rote Elemente vorhanden sind.

Hier einmal ein Beispiel:

Rot-Lern-02-PA-AReiDSC03655

Obwohl die Boje im Hintergrund noch nicht einmal direkt als rot bezeichnet werden kann und im Vergleich zur Gesamtkomposition minimal ist, zerstört sie den gesamten Eindruck von Ruhe im Foto.

Bis bald zum zweiten Teil Bildkomposition – Die Farbe Rot.

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