Bildgestaltung – Motivwechsel im Foto

…oder was ist denn hier das Fotomotiv?

Na, da haben wir es – Bildgestaltung mit Motivwechsel im Foto und was bitte heißt das nun? Wie kann denn in einem Foto das Motiv wechseln?

Ganz einfach. Ihr sucht euch ein Motiv aus und fotografiert es so, dass eure Augen innerhalb des Fotos von einem Teil des Fotos zum anderen Teil ständig wechseln und dadurch reichlich irritiert sind.

Richtigerweise sind natürlich eure Augen selbst nicht irritiert, die senden das, was sie sehen wie üblich an das Gehirn. Aber das Gehirn gerät quasi ins Schleudern und weiß nicht, welches Bild es zusammensetzen soll. Deswegen konzentriert ihr euch erst auf den einen Teil des Fotos, dann auf den anderen Teil und könnt euch einfach nicht entscheiden, was ihr seht. Oder anders gesagt: ihr könnt euch nicht entscheiden, welcher Teil denn nun wichtiger ist bzw. was für euch das Fotomotiv selbst ist.

Schauen wir uns einmal dieses Foto hier als ein Beispielfoto dazu an:

DSC04517sokleinswitching photo composition

Was seht ihr hier?

Was ist eurer Meinung nach das Fotomotiv?

Ist es der Teil des Fotos mit dem Himmel und den Wolken?

Ist es der Teil des Fotos mit den alten Mauern und dem Kirchturm?

Was machen eure Augen? Wechseln sie zwischen der Fläche mit dem Himmel und den Wolken und der Fläche mit den Mauern und dem Kirchturm hin und her?

Seht ihr entweder die eine Fläche oder die andere Fläche?

Oder seht ihr beide Flächen gleichermaßen, könnt euch also auf beide Flächen gleich konzentrieren?

Ändert ihr eure Meinung darüber, was denn hier das entscheidende Fotomotiv für euch ist?

Dieses Beispielfoto wird von den Betrachtern ganz verschieden gesehen.

Einige konzentrieren sich auf die Fläche mit dem Himmel und den Wolken, die sie als hauptsächliche Form hier sehen. Andere konzentrieren sich auf die Fläche mit den alten Mauern und dem Kirchturm, die auch eine Form bildet.

Es ist ein typisches Beispiel für ein Foto, wo es keinen „richtigen“ Vordergrund oder Hintergrund gibt und kein „absolutes“, oder anders gesagt eindeutiges Motiv selbst.

Das Motiv wechselt sozusagen.

Im Zusammenhang mit solchen Fotos wie dem Beispielfoto wird oft der Ausdruck „Positiv-negativ-Form“ verwendet. Natürlich ist dieses Beispielfoto ein Beispiel dafür. Es ist aber nur ein spezielles Beispiel dafür. Der Ausdruck „Positiv-negativ-Form“ ist aber ein genereller Fachbegriff und kann nicht nur auf Fotos wie das Beispielfoto allein reduziert werden, so wie es oft gemacht wird.

Es gibt viele Möglichkeiten, solche Fotos mit einem wechselnden Fotomotiv zu fotografieren.

Bekannt und typisch für diese Art der experimentellen Fotografie sind Fotos, die in Städten mit Hochhäusern/Wolkenkratzern aufgenommen werden, wobei üblicherweise dann von unten nach oben fotografiert wird.

Aber es gibt noch eine ganze Menge anderer Möglichkeiten, solche Fotos zu fotografieren.

Das Wichtigste, das man dabei wissen muss, ist es, auf Fotomotive zu achten, bei denen es starke Kontraste gibt. Diese Kontraste können z.B. beim Licht sein, aber auch in der Größe von Flächen und so weiter. Bei solchen Fotos ist es außerdem wichtig, möglichst nah bzw. dicht an das wechselnde Fotomotiv heranzukommen. Hier gilt unbedingt die Regel: weniger ist mehr.

Na, neugierig geworden?

Dann viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken dieser Art der experimentellen Fotografie.

Viel Spaß mit eurer kreativen Arbeit und in einer neuen, anderen Welt der Fotografie.

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