Basiswissen Bildgestaltung – Formatwahl

Um die Frage gleich vorweg zu beantworten: Ja, die Grundelemente und Regeln der Bildgestaltung muss man lernen. Was man dann später damit, besser gesagt daraus macht, das steht auf einem anderen Blatt.

Tasten wir uns hier also einmal an die Bildgestaltung heran und machen uns damit vertraut.

Ein ganz wichtiges Element der Bildgestaltung ist die Wahl des Bildformates.

Die üblichen, gängigen Formate sind das Querformat und das Hochformat.

Dann gibt es natürlich noch das quadratische Format, das Mittelformat und das Panoramaformat. Aber diese besonderen Formate lassen wir hier erst einmal beiseite.

Denn allzu oft wird bereits die Wahlmöglichkeit vom Hochformat oder Querformat vergessen oder nicht eingesetzt. Das hat unterschiedliche Gründe, zum einen hat es mit unserem Sehen zu tun, zum anderen aber auch mit Traditionen. Ein weiterer Grund ist aber auch, dass man oft nicht weiß, welche Bildgestaltungsmöglichkeiten das Hochformat bietet und welche das Querformat.

Jedes dieser beiden Formate hat per se seine eigenen Regeln, seine eigene Kreativität und auch seine eigene Ausdrucksweise. Jedes Format erzählt also eine eigene und ganz unverwechselbare Geschichte. Dazu aber mehr erst später mehr, Fortsetzung folgt also.

Machen wir hier erst einmal den allerersten Schritt: „Ich kann wählen.“.

Schaut einmal auf diese beiden Fotos hier – sie wurden vom selben Standpunkt aus aufgenommen.

BasiswissenFormatwahlquer

Basiswissen Formatwahl hoch

Welches Format hättet ihr hier gewählt?

Hättet ihr auch sowohl im Hochformat als auch im Querformat fotografiert?

Wenn ihr auf beide Fotos jeweils gleich lange schaut, erzählen sie euch jeweils etwas anderes bzw. empfindet ihr unterschiedlich? Was sagt euch mehr zu und warum? Ändert sich evtl. sogar das Motiv selbst?

Wenn ihr euch diese Fragen stellt, dann seid ihr auf dem Weg der Bildgestaltung schon einen großen Schritt weiter gekommen.

Auch wenn sich das jetzt so ganz einfach anhört, aber sich bewusst zu werden, dass man zumindest zwischen Hochformat und Querformat wählen kann, das ist ein großer Anfang.

Es ist eine Wahl, die ihr treffen könnt. Eine Entscheidung.

Und jede Wahl, jede Entscheidung, die ihr bei bzw. vor einer Aufnahme trefft, ist ein Stück von Bildgestaltung.

Noch einen ganz wichtigen Tipp möchte ich euch hier geben:

Probiert vor Ort grundsätzlich immer wieder einmal, wie ihr euer Motiv im Hochformat und wie ihr es im Querformat seht. Dazu braucht ihr nichts weiter, als die Kamera anders in der Hand zu halten, mal quer, mal hoch. Wo kommt das Motiv am besten zur Geltung? Ist ein Format vielleicht besser? Ist ein Format interessanter?

Ihr könnt dies auch ohne Kamera machen. Ein immer wieder geeignetes Mittel dazu, ist es, sich einen Diarahmen zu besorgen oder sich selbst aus einem Stück fester Pappe auszuschneiden, so dass ihr in etwa das gängige Kleinbild (24x36mm) habt. Mit ein bisschen Übung reicht es auch, wenn man Daumen und Zeigefinger „zusammenbaut“ und zu einem Rechteck formt. Trainiert so einfach einmal das verschiedene Format und damit das verschiedene Sehen.

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