Analoge Fotografie – Zubehör zur Beurteilung der Schärfe

Im analogen Bereich wird mit Filmmaterial verschiedenster Art und Formatgrößen gearbeitet. Ich möchte mich hier auf das gängige Kleinbildformat beschränken, also 24×36 mm, da es hauptsächlich verwendet wird, zumindest aber außerhalb des Profibereiches.

24×36 mm – das ist eine sehr kleine Größe, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob denn die Aufnahme scharf geworden ist und ob es sich lohnt, an Vergrößerungen ab 20×30 cm und aufwärts zu denken. Welche Hilfsmittel gibt es hierfür?

 

Okay, hat man einen Diafilm, so sieht man zumindest schon mal das Foto selbst, wenn auch natürlich sehr klein. Verwendet man aber einen Negativfilm, egal, ob das nun ein Farbfilm ist oder ein S/W-Film, bedarf es schon einiger Übung, um sich bereits das Foto überhaupt vorstellen zu können.

Dennoch gilt generell, egal, welcher Film verwendet wurde, mit dem Auge selbst kann man die Schärfe nicht beurteilen, erst bei Abzügen vom Filmmaterial oder Ausdrucken sieht man sie „richtig“. Daher sollte man generell mit Hilfsmitteln arbeiten, um die Qualität des Fotos bzw. Filmmaterials von vornherein beurteilen zu können.

 

Erfahrungsbericht:

Die besten Hilfsmittel sind die Verwendung eines Leuchtpultes bzw. einer Leuchtplatte sowie einer Vergrößerungslupe bzw. einer Universal Lupe.

Das Leuchtpult, die Leuchtplatte muss keinesfalls gleich eine ganze Wand einnehmen. Ausreichend ist bereits eine Größe im Format von einem DIN A 4 Blatt oder DIN A 3 Blatt, oder auch anders gesagt, in der Größe eines laptops in etwa. Der Vorteil eines Leuchtpultes, einer Leuchtplatte besteht u.a. darin, dass das Fotomaterial gleichmäßig durchleuchtet wird und dass man beim Betrachten nicht geblendet wird.

Die Vergrößerungslupe bzw. Universal Lupe sollte nicht nur einfach vergrößern, sondern mehrfach. Es gibt Lupen, die z.B. eine fünffache Vergrößerung möglich machen.

Diese sind zwar bei guter Qualität nicht billig, wenn man aber analog fotografiert oder vermehrt auch analog fotografiert, sind sie auf die Dauer unentbehrlich.

Sie ersparen einem viel Ärger und Probleme, aber auch Kosten für Vergrößerungen, die sich dann doch als unscharf zeigen. Für diese Vergrößerungen muss bezahlt werden. Unschärfe ist kein Reklamationsgrund im Geschäft, druckt ihr Vergrößerungen selbst, spart ihr die Materialkosten für Fotopapier, Druckerpatronen usw.

Universal Lupen mit z.B. fünffacher Vergrößerung sind verzeichnungsfrei und randscharf, ein wichtiger Vorteil gegenüber etwa einem normalen Vergrößerungsglas.

 

Man führt den Diastreifen oder Filmstreifen oder auch das einzelne Dia oder einzelne Negativ in die Lupe ein und stellt diese auf das Leuchtpult, die Leuchtplatte. Mit der Durchleuchtung via Leuchtpult oder Leuchtplatte sowie der Vergrößerung durch die Lupe kann man kleinste Details erkennen und dadurch die Schärfe und die Vergrößerungsmöglichkeiten beurteilen.

 

Bei der Arbeit mit dem Leuchtpult, der Leuchtplatte und der Vergrößerungslupe sollte man  – wie generell bei der Arbeit mit Filmmaterial überhaupt – zweckmäßigerweise mit speziellen Handschuhen arbeiten. Hier könnt ihr euch einmal z.B. unter dem Stichwort Laborhandschuhe im Internet umschauen.

Fingerabdrücke auf dem Filmmaterial sind äußerst ärgerlich, auch können z.B. kleinere Fussel oder Staubkörnchen über solche Handschuhe schnell entfernt werden.

 

Weiterhin ist das Verwenden einer Pinzette empfehlenswert.

Gerade wenn ihr einzelne Dia oder Negative in eine Vergrößerungslupe einführt, kann es, wenn sie passgenau zugeschnitten wurden, dazu kommen, dass sie zwar wunderbar im Vergrößerungsglas liegen, aber nicht gar so wunderbar daraus wieder herausgenommen werden können. Sie stecken dort quasi fest. Mit einer Pinzette kann man hier ganz vorsichtig arbeiten und hat mit ein bisschen Geduld dann Erfolg.

Die Lupe selbst auseinanderbauen oder das feststeckende Material herauszuschütteln und Ähnliches ist nicht sonderlich geeignet.

Die Pinzette sollte nicht zu klein sein, längere Pinzetten sind besser geeignet, um damit vorsichtig und präzise arbeiten zu können.

 

Immer beachten sollte man auch, dass jede Verwendung von Filmmaterial, auch durch Einlegen in die Vergrößerungslupe zu Beschädigungen führen kann. Bereits das Herausnehmen von Film- oder Diastreifen aus den Schutzhüllen kann Beschädigungen herbeiführen. Leichte Kratzer, Verschmutzungen usw.

Daher sollte man auch immer genau entscheiden, welches Filmmaterial man sich genau ansehen möchte und sich nicht etwa alles so ansehen und dies gar immer wieder.

 

Ein Leuchtpult, eine Leuchtplatte eignet sich übrigens nicht nur zur Beurteilung der Schärfe des Filmmaterials. Über dieses Hilfsmittel kann man auch kreativ tätig werden und so noch ganz anders mit seinem Material arbeiten.

Und wenn ihr euch eine Universal Lupe zulegt, dann könnt ihr damit nicht nur Filmmaterial begutachten.

 

Tagged on:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.