Analoge Fotografie – Dias: „Scannen“ ohne Scanner

Analoges Filmmaterial digitalisieren, das ist ganz unterschiedlich machbar und es hängt u.a. davon ab, welche Qualitätsansprüche man dabei stellt bzw. wofür man das digitalisierte Dia später benötigt.

Bekannt ist natürlich, beim Digitalisieren einen Scanner einzusetzen. Entweder hat man selbst einen oder man gibt das Dia z.B. in einem Geschäft ab, das das Digitalisieren gegen entsprechende Bezahlung übernimmt.

Aber man kann auch …

…ohne Scanner sozusagen „scannen“, digitalisieren.

Dafür benötigt ihr bei Diamaterial lediglich eine Leuchtplatte und eure Fotoausrüstung selbst.

Die Leuchtplatte braucht nicht besonders groß zu sein.

Zum Stichwort „Leuchtplatte“ gibt es bereits einen Artikel hier in der Photoakademie. Klickt einfach auf Tags unterhalb dieses Artikels hier und dort auf Zubehör, dann könnt ihr ihn dazu nachlesen.

Als Objektiv empfiehlt sich ein Makroobjektiv besonders, da ihr damit formatfüllend das ganze Dia aufnehmen könnt. So erspart ihr euch die Arbeit mit dem Zuschneiden im Bildbearbeitungsprogramm.

Hier einmal ein Foto zu einem solchen „Digitalisierungs-Labor“:

PICT8214-so-klein

Die Kamera muss auf ein Stativ gesetzt werden, um Verwacklungen jeder Art und damit Unschärfe im digitalen Foto zu vermeiden.

Wer möchte, kann jedes Dia einzeln auf das Leuchtpult legen.

Aber es ist genauso möglich, einen Diastreifen zu nutzen. Diesen könnt ihr dann immer so verschieben, dass das nächste Dia wieder passgenau im Sucherbild zu sehen ist.

Legt am besten höchstens einen Filmstreifen mit Dias auf euer Leuchtpult.

Damit vermeidet ihr, dass das Diamaterial längere Zeit über Verschmutzungen ausgesetzt wird, insbesondere mit Staubflusen usw.. Und das geht sehr schnell, da reichen schon Bewegungen von euch aus.

Da das Leuchtpult mit Tageslicht arbeitet, stellt den Weißabgleich der Kamera am besten auf Tageslicht ein. Je nachdem, wie gut der automatische Weißabgleich eurer Kamera arbeitet, kann aber auch durchaus dieser automatische Weißabgleich ausreichen.

Die Kamera muss so positioniert werden, dass sie sich waagrecht über dem Dia befindet, damit es nicht zu perspektivischen Verzeichnungen im digitalen Foto kommt.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte auch die Gegenlichtblende aufsetzen.

Und dann braucht ihr nur noch zu fotografieren.

Achtet besonders darauf, dass das Diamaterial sauber auf dem Leuchtpult liegt, d.h. dass auf dem Dia kein Staub oder keine Flusen sind bzw. dass ihr euch nicht zu viel bewegt, wenn ihr das Diamaterial aus der Schutzhülle herausgenommen habt. So staubfrei ist nämlich kein Ort in einer Wohnung oder einem Studio, dass nicht doch winzige Partikel in der Luft sind, die mit jeder Bewegung herumwirbeln und sich dann auf das Diamaterial legen.

Außerdem empfiehlt es sich, so wie immer, beim Diamaterial am besten mit sog. Laborhandschuhen zu arbeiten.

Wer Staub und Flusen vorher entfernt bzw. auch direkt vor der Aufnahme noch einmal das Dia dahingehend kontrolliert, der erspart sich eine Menge Arbeit später im Bildbearbeitungsprogramm!

Und hier zeige ich euch, wie – relativ gesehen- effektiv und gut Dias auf diese Art und Weise „gescannt“ werden können, sprich digitalisiert.

Als erstes seht ihr zum Vergleich den Diastreifen aus größerer Distanz.

Als zweites seht ihr dann ein Dia aus dem Diastreifen, das formatfüllend fotografiert wurde.

Beide Fotos sind out of cam, also unbearbeitet in jeder Hinsicht.

DSC09291-so

DSC09290-so-so

Wer also Dias aufarbeiten möchte und digitalisieren, der kann, je nachdem, welche Qualitätsansprüche er/sie stellt vor allem in Hinblick darauf, wofür die digitalisierte Form weiterverwendet werden soll, durchaus zumindest auch auf diese Art und Weise Dias „scannen“.

Und einmal digitalisiert, stehen dann natürlich alle Möglichkeiten offen, mit Bildbearbeitungsprogrammen zu arbeiten, sei es, dass man die Qualitätsverluste durch das Digitalisieren aufarbeitet (Schärfen, Kontraste, Farben etc.), sei es, dass man mit dem digitalisierten Foto so richtig „photoshoppen“ möchte, was auch immer.

Fragen oder feedback sind jederzeit herzlich willkommen.

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